Ehe auf Zeit

28. September 2007 05:45

Lieber Freund

Wer die Möglichkeit hatte, bei der Pressekonferenz in München visuell und akustisch anwesend zu sein, hat sehr wohl das Lachen registriert, das sich die CSU-Rebellin Gabriele Pauli nur mit Mühe verkneifen konnte, als sie der Presse ihren umstürzlerischen Vorschlag zur zeitlichen Begrenzung der standesamtlichen Ehe auf sieben Jahre verklickerte.

Zum Termin erschienen war sie ganz in jungfräulichem Weiß, das sehr gut mit ihrem schwarzen Humor harmonierte, als sie IHR „Parteiprogramm“ der Presse vorstellte, falls sie zur Vorsitzenden der bayerischen sozialen Christenunion gewählt werden würde.

Frau Pauli hätte genau so gut die jungfräuliche Empfängnis, die Zwangsbefruchtung, die Vielweiberei, den gesetzlich verordneten Ehebruch oder einen anderen Schwachfug fordern können. Hauptsache war ja nur, dass es in krassem Widerspruch zum offiziellen Parteiprogramm der Christlich-Sozialen-Union steht und an deren Grundfesten rüttelt.
Das Aufheulen der ausgekungelten Leitwölfe, des in seiner Ideologie getroffenen Rudels, war daher eine logische Reaktion und durchaus beabsichtigt.

Der weißhaarige Mundartstotterer und Noch-Oberleitwolf Stoiber, der sich von Frau Pauli aus dem Rudel gebissen fühlt und ihr nie verzeihen wird, dass er nicht direkt aus der bayerischen Staatskanzlei gen Himmel fahren durfte, reagierte dann auch erwartungsgemäß. „Die Ehe ist ein Kernanliegen der CSU, daran werde nicht gerüttelt. Wer so etwas fordert, der stellt sich diametral gegen die CSU und sollte sich lieber um Aufnahme in eine andere Partei bemühen“, verblubberte er der Presse auf Anfrage. Womit Stoiber dann auch gleich der Ausgang der Wahlen um den Parteivorsitz festgelegt hat, denn Frau Pauli ist geschieden und kann es mit einer derart abartigen Gesinnung nicht werden und der Kandidat Seehofer … aber das wissen Sie ja auch aus der Presse.

Eigentlich ist der ganze Vorgang ja eine bayerische Seifenoper. Früher nannte man derartige Laienschauspiele in einer Scheuer einen „Komödiantenstadel“. Die CSU hat es im Laufe der Zeit verstanden, daraus einen bescheuerten „Intrigantenstadel“ zu machen. Und bei einer derart bierernsten Männerangelegenheit kann man so einen quirligen Querschläger wie die Frau Pauli überhaupt nicht gebrauchen.

Das weiß auch Frau Dr. rer.pol. Gabriele Pauli, die 1986 über das Thema „Politisches Puplic Relation am Beispiel der CSU“ promovierte.
Umso mehr erstaunen die Reaktionen in der Presse, denn die übrigen Punkte aus dem Grundsatzprogramm der CSU-Rebellin sind durchaus mehrheitsfähig … und das sogar in der CSU.

Da wird einerseits von „Rohrkrepierer“, „Selbstdemontage“, „Torpedierung des Artikel 6 Grundgesetz“ geschrieben und der Angriff auf das heilige Sakrament der Ehe verteufelt und andererseits „ernsthaft und konträr“ über diesen „umstürzlerischen Vorschlag“ diskutiert.

Hallo Leute, das war doch nur ein Gag!
Das war „Public Relation“!
Die Frau hat das studiert!
Die kennt sich damit aus und weiß wie man die Mainstreampresse am besten einsetzt!

Diese schreibt doch ohne nachzudenken über jeden Scheiß. Und weil die Jungs nicht mehr selber denken wollen, können oder dürfen, ist es ihnen am liebsten, sie bekommen die Story samt Text bissfertig und setzreif auf dem Tablett serviert.
Das nennt sich dann „unabhängige Berichterstattung“ und „Informationsvermittlung“ mit grundgesetzlich garantierter „Pressefreiheit“ in einer partei- und wirtschaftsgesteuerten Mediendemokratie.
Axel Caesar Springer hat 1956 diese verantwortungsvolle Aufgabe der Medien und den komplizierten und staatsformenden Prozess der Informationsvermittlung zur Meinungsbildung im Volke in einem Satz zusammengefasst: „Aufgabe ist es die Leute dumm zu machen wie die Hühner und blutgierig wie die Wölfe“.

Daran hat sich bis heute nichts geändert und wie man am Beispiel der „Ehe auf Zeit“, der „Gefährdung der inneren Sicherheit“, der „Reform des Arbeitsmarktes“, „Sicherung der Sozialsysteme“, „Zuwanderung und Migration“, „Fachkräftemangel, „Bildungsnotstand“, „demographische Entwicklung“, „übergesetzlicher Notstand“ und vielen anderen Dingen sieht, funktioniert das System immer noch.

Und seit die altmodische und zeitintensive „Eigenrecherche“ durch „state of the art“ und „Cut & Paste“ ersetzt wurde, gelingt es nun wirklich jedem „Schreiberling“ systemkonformen medialen Einheitsbrei zu erzeugen.
Da spielt es auch keine Rolle mehr, dass mehr als 90% der bundesdeutschen Medienlandschaft durch 4 (vier) Unternehmensgruppen beherrscht werden.
Man muss es nur wissen, denn dann kann man diesen Wissensvorsprung auch zum eigenen Nutzen einsetzen, wie uns das die Frau Dr. rer.pol. Gabriele Pauli nun zum wiederholten Male gezeigt hat.

Erstaunlich ist eigentlich nur welch geringe Mittel sie einsetzen muss, um den deutschen Blätterwald zum Rauschen zu bringen.
Anfangs musste sie noch „Ihre Gottheit“ Edmund Stoiber der Schnüffelei bezichtigen, danach genügten schon ein paar „Latex Handschuhe“ und jetzt ein flotter Spruch über die „Ehe auf Zeit“.
Wir dürfen gespannt sein was als Nächstes kommt.

Die Medien werden auf jeden Fall darüber berichten.

Machopan
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Polizeibericht

27. September 2007 05:45

Lieber Freund

Dass Frankfurt ein unsicheres Pflaster geworden ist, liegt nicht etwa am schlechten Zustand der Straßen und Gehwege, auch wenn hier durchaus die Notwendigkeit der Verbesserung gegeben wäre.
Nein, das unsichere Pflaster Frankfurts ist ins Gerede gekommen, weil es gefährlich geworden ist auf diesen Pflaster unterwegs zu sein und die Möglichkeit dabei Schaden an Leib und Seele oder Hab und Gut zu nehmen, extrem gut ist.

Der Ticker mit den Polizeimeldungen auf den Internetseiten der Frankfurter Rundschau liest sich zeitweise als würde in Frankfurt die Jahrestagung der Straßenräuber und Kleinkriminellen stattfinden. Da wird so ziemlich alles und zu jeder Tageszeit überfallen, geraubt und gestohlen, was irgendwie greifbar ist. Von der Handtasche, dem Handy und dem Fahrrad bis zum ganzen Auto ist da alles dabei, wobei dem aufmerksamen Leser auffällt, dass diese Meldungen meist enden mit dem etwas hilflosen wirkenden Hinweis „die Polizei bittet die Bevölkerung um sachdienliche Hinweise unter Tel. 069/“.Meist schaffen es solche Polizeimeldungen nicht in die Schlagzeilen der Tageszeitungen, denn wen interessiert das schon, dass man einen 48-Jährigen an der S-Bahnstation überfallen, mit Tränengas wehrlos gesprüht und niedergeschlagen hat, um ihm Handy und Geld zu rauben.
Selbst wenn der Überfallene dabei so schwer verletzt wurde, dass er mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden musste, interessiert sich doch keine überregionale oder gar im ganzen Bundesgebiet erscheinende Zeitung dafür. Und im Fernsehen kommen derartige Ereignisse noch nicht einmal in den Nachrichten der dritten Programme, was sicher daran liegen wird, dass die zur Verfügung stehende Sendezeit für alle Verbrechen gar nicht ausreichen würde.

Doch jetzt hat es, man möchte fast sagen „endlich“, mal eine Meldung aus Frankfurt zu zweifelhaftem bundesweiten Ruhm gebracht, denn im Westend war ein Rabbiner Opfer eines solchen Angriffs geworden, als er von der Synagoge nach Hause ging.
Dieser Vorfall hat es mit einer immer wieder erstaunlichen Geschwindigkeit und bestaunenswerten Intensität national und international in die Medien geschafft und war der Frankfurter Rundschau, zusätzlich zur laufenden Berichterstattung über den Stand der Dinge, sogar zwei Leitartikel wert.

Unter den Schlagzeilen „Messerattacke auf Rabbiner“, „Ausgerechnet in Frankfurt“, „Jüdische Gemeinde verunsichert“, „Unter Schock“, „Entsetzte Muslime“, „Messerstecher handelte antisemitisch“ wurden wahre Horrorszenarien entwickelt, die Stadt zur „No-Go-Area“ erklärt und Anrufer aus der ganzen Welt erkundigten sich sorgenvoll nach der Lage der Juden in Frankfurt. Die Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland warf sogar die Frage auf, ob sich gläubige Juden in der Bundesrepublik noch offen auf der Straße zeigen könnten oder ob sie sich verstecken müssten und der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Salomon Korn, berichtete gar von “retraumatisierten” Mitgliedern der jüdischen Gemeinde Frankfurts.

Der Schriftsteller Matthias Altenburg nannte den Vorfall eine „antisemitische Ausschreitung“ und zog Vergleiche mit der „Schlägerei und Hetzjagd“ in Mügeln, die er als „Überfall auf Inder“ bezeichnete. Ursache sei eine Missachtung demokratischer Institutionen und auch dass in Sachsen die NPD mittlerweile in Umfragen vor der SPD liege - all das wirke sich nun auch in Frankfurt aus. Ihm schwebe daher eine “Großdemonstration gegen Rechts” in Frankfurt vor, mit der die Stadt bundesweit ein Zeichen setzen könne.
Währenddessen hatte die Polizei ein Phantombild des mutmaßlichen Täters veröffentlicht und außerdem wurde eine Belohnung von 4000 Euro ausgesetzt und eine Woche nach der Tat konnte die Polizei einen 22-jährigen afghanischstämmigen Deutschen festnehmen.

Er habe den Angriff zugegeben, eine Tötungsabsicht oder ein antisemitisches Motiv jedoch bestritten. Nach ersten Ermittlungen ist der 22-Jährige bisher politisch nicht in Erscheinung getreten. Er gehöre keiner islamistischen Organisation an und sei auch nicht vorbestraft, teilte die Staatsanwaltschaft in Frankfurt mit.

Allein in diesem Zeitraum von 7 Tagen, in denen die Welt entsetzt nach Frankfurt am Main blickte, weil in dieser Stadt die retraumatisierten Mitglieder der jüdischen Gemeinde nicht mehr sicher waren und von rechtsradikalen und antisemitischen Gewalttätern bedroht wurden, ereigneten sich in der Stadt weitere Verbrechen, von denen aber die Weltöffentlichkeit nicht in Kenntnis gesetzt wurde:

In der Windmühlenstraße wurde ein 53-jähriger Mann überfallen und niedergeschlagen.
Vermutlich ist es einem zu Hilfe eilenden Zeugen zu verdanken, dass der Täter von seinem Opfer abließ und flüchtete. Bei dem Täter soll es sich um einen etwa 25-jährigen Mann mit südländischem Aussehen handeln, der Deutsch mit Akzent spricht und eine auffallende Hakennase hat.

In Sachsenhausen wurde einer 67-jährigen Frankfurterin von drei unbekannten Tätern die Handtasche geraubt.

Am Hauptbahnhof versuchten zwei Mädchen einen Taxifahrer auszurauben und schlugen ihm einen Stein in einer Plastiktüte über den Schädel.

Im Westend wurde einer 28-jährigen Frankfurterin von einem vorbeifahrenden Radfahrer die Handtasche, in der sich rund 2.000 EUR sowie Kreditkarten und der Führerschein befanden, entrissen. Der Täter konnte unerkannt entkommen.

In Frankfurt-Bornheim wurde die 41-jährige Mitarbeiterin einer Bäckerei überfallen. Der Täter versetzte ihr einen heftigen Schlag in den Nacken, schob sie in einen Lagerraum und fesselte sie und flüchtete mit den Tageseinnahmen in Höhe von ca. 6000 Euro. Der Täter war ca. 30-35 Jahre alt und ca 160 cm groß. Er hatte ein rundes Gesicht und war von südländischer Erscheinung.

In einer Tiefgarage der Innenstadt wurde der Besitzer eine italienischen Gaststätte von zwei bewaffneten Männern überfallen, gezwungen sich auf den Boden zu legen, mit Handschellen an ein Gitter gefesselt und der Tageseinnahmen in Höhe mehrere tausend Euro beraubt. Bei den Tätern handelt es sich vermutlich um Osteuropäer.

Im Westend wurde ein 42-jähriger Frankfurter von einem bislang unbekannten Täter durch einen Messerstich verletzt. Der Verletzte begab sich anschließend in eine nahe gelegene Klinik. Dort wurde er stationär aufgenommen und sofort operiert. Lebensgefahr bestand und besteht nach Auskunft der Ärzte nicht. Der Täter wird als südländisch bzw. arabisch aussehender Mann beschrieben, etwa 20 bis 30 Jahre alt, zwischen 1,70 und 1,75 m groß, und hatte dunkle, kurze Haare, schlanke Gestalt, trug zur Tatzeit Blue Jeans und eine helle oderbeige Jacke. Der Täter sprach zunächst einige arabisch klingenden Worte, dann in deutscher Sprache. Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat und zur Täterermittlung führen, hat die Frankfurter Staatsanwaltschaft heute eine Belohnung in Höhe von 2000,-Euro ausgesetzt.

Ach nein, halt, stopp, das hatten wir ja schon, das war ja der antisemitische Angriff auf den Rabbiner.
Aber selbst in dieser ausführlichen Form, mit dieser exakten Täterbeschreibung und einer ausgesetzten Belohnung von 2000 Euro, hätte sich im übrigen Bundesgebiet kein Mensch dafür interessiert.
Sicher deshalb hat die Polizei auch gleich oben drüber geschrieben, dass ein Mitglied der Jüdischen Gemeinde durch Messerstich verletzt“ wurde.

Dann hätte man aber bei den anderen Opfern aber auch die Religionszugehörigkeit angeben und eine Belohnung aussetzen können.
Das liest sich doch gleich ganz anders, wenn man erfährt, dass ein 53-jähriges Mitglied der Katholischen Kirchengemeinde in der Windmühlenstraße niedergeschlagen und ausgeraubt wurde und dass die in Bornheim überfallene Bäckereimitarbeiterin praktizierende Atheistin war.

Finden Sie nicht?

Machopan
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Anti-Terror-Krampf

26. September 2007 05:45

Lieber Freund

Einen besonders gelungenen Beweis ihrer absonderlichen Sichtweisen hat wieder mal die Bundesjustizministerin Zypries abgeliefert.

Nach ihrem Versuch, den heimlichen Gentest zur Feststellung einer behaupteten Vaterschaft mit einer mehrjährigen Gefängnisstrafe zu ahnden, weil der gegen die Rechte des gezeugten Kindes verstößt, hatte ich eigentlich erwartet, dass sie sich als nächstes den unerlaubten Schwangerschaftstest greift, weil der gegen die Rechte des ungezeugten Kindes verstößt.

Doch Frau Zypries ist immer für eine Überraschung gut und in ihrer juristischen Kreativität einfach unschlagbar. Jetzt hat sie wieder so ein Ding losgelassen. Gut, sie stand etwas unter Druck, weil die Terroristen dem Innenminister ja schon im Traum erscheinen und der Verteidigungsminister immer lauter mit dem Säbel rasselt.

Deshalb hat die Frau Justizministerin nun einen Gesetzentwurf vorgelegt, der an Genialität so leicht nicht zu toppen sein wird und völlig neue Aspekte in der Strafverfolgung eröffnet, denn die Frau Zypries will zehn Jahre Haft für die Ausbildung in Terrorcamps, wobei der bloße Besuch des Camps noch nicht strafbar ist. Doch wer sich zur Vorbereitung eines Anschlags in einem solchen Lager ausbilden lässt, soll nach dem „letzten“ Willen von Justizministerin Zypries bis zu zehn Jahre ins Gefängnis.

«Voraussetzung sei, dass der Verdächtige tatsächlich ein Attentat plane, erklärte die SPD-Politikerin in Berlin. “Ein bloßes Erwerben von Fertigkeiten ohne die Absicht, damit eine terroristische Gewalttat zu begehen, bleibt straflos”, heißt es in dem Gesetzentwurf der Justizministerin.»

Das hat sie doch wirklich schön gesagt und die Bildungswilligen in unserem Land stehen vorerst noch nicht unter terroristischem Generalverdacht, obwohl schon die Ansammlung von Wissen und das Erlernen von Fertigkeiten sie extrem verdächtig macht. Doch hier bleibt die Justizministerin bei der von ihr seit Jahren vertretenen These, dass jeder Bürger spätestens ab dem Zeitpunkt seiner Geburt ein potenzieller Straftäter ist.

Jetzt muss sie die Strafverfolgungsbehörden nur noch davon in Kenntnis setzen, dass der Bundesverteidigungsminister Jung plant mit dem von ihm erworbenen Wissen eine Straftat zu begehen. Bevor dieser Herr seinen Plan in die Tat umsetzt, kann man ihn jetzt wenigstens mit diesem Gesetz für zehn Jahre aus dem Verkehr ziehen.

Nach dem Gesetzentwurf soll auch die Herstellung von Sprengstoffen oder die Beschaffung der Grundstoffe dafür mit Haft zwischen sechs Monaten und zehn Jahren bestraft werden.

Wenn die ganze Tragweite dieser Maßnahme erst mal bekannt geworden ist, wird das gravierende Auswirkungen auf das Kaufverhalten der Bürger haben, denn wer geht schon gerne wegen dem Inhalt seines Kühlschrankes in Gefängnis. Und wissen Sie heute noch, was in dem Zeug drin ist, das Sie sich morgens in die Haare schmieren oder unter den Achseln verteilen. Sie dürfen heute doch noch nicht einmal mehr mit Schweißtropfen auf der Stirn in ein Flugzeug einsteigen.

Mein lieber Terrorist, mit so was soll man nicht spaßen und warten bis das Antiterrorkommando vom Bundesinnenminister Schäuble die Tür zum Badezimmer einschlägt. Und dann versuchen Sie denen mal klar zu machen, dass der extreme Geruch in der Toilette ganz natürlichen Ursprungs ist.

Wenn man bedenkt, dass die Forderung der Herren Schäuble und Bosbach, den Besuch von Terrorlagern unter Strafe zu stellen, noch keine drei Wochen alt ist, dann wird rasch klar welch notdürftigen Gesetzestext sich die Frau Justizministerin da unter Zeitdruck aus dem Leib gedrückt hat.

Sollte der Entwurf in der vorliegenden Form den Durchmarsch durch die Instanzen schaffen, dann ergibt sich durch diesen neuen Paragraphen endlich die Situation, dass „Wissen“ nunmehr auch eine strafverschärfende Wirkung hat. Zumindest für die Personen, die sich nicht auf einen „Verbotsirrtum“ nach Paragraph 17 StGB berufen können.

Richtig ist, dass laut Zypries das Gesetz nach dem Abnicken der Länder, „schnellstmöglich“ durch das Bundeskabinett beschlossen werden soll.
Falsch ist allerdings, dass zeitgleich im dritten Titel des Strafgesetzbuches (StGB) zur „Gefährdung des demokratischen Rechtsstaates“ die Formulierung „wer als Rädelsführer oder Hintermann“ in „wer als Parteivorsitzender oder als Hinterbänkler“ geändert wird.

Und weil zukünftig auch „das Verbreiten oder Anpreisen von terroristischen Anleitungen unter Strafe gestellt“ werden soll, wird es sicher Fälle geben, wo Personen nach dem Besuch eines Stammtischs oder Frühschoppens nicht mehr nach Hause zurückkehren werden.

Und das sicher nicht wegen Paragraph 80 StGB, wonach jemand, der „die Gefahr eines Krieges für die Bundesrepublik Deutschland herbeiführt, mit lebenslanger Freiheitsstrafe oder mit Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren bestraft wird“.

Machopan
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IAA Geflüster

25. September 2007 05:45

Lieber Freund

CO2 ist in aller Munde und wurde in der medienpolitischen Bedeutung nur kurzzeitig von H2O2 überholt.
Im Falle des H2O2 hast sich die Politik über eine sofortige Gesetzesänderung weitgehendst abgesprochen und aus der Wirtschaft war erstaunlich wenig zur Sache zu hören.
In Sachen CO2 aber wogten die Argumente mit „wenn und aber“ zwischen Wirtschaft und Politik hin und her und die Klagen aus der Wirtschaft über die Gefährdung der Arbeitsplätze wurden nur noch übertönt durch die Rufe nach fehlenden Fachkräften.

Jetzt droht die Firma Porsche der Europäischen Union sogar mit einer Klage wegen den CO2-Werten, die für alle Autohersteller und ihre Fahrzeugflotte bis zum Jahr 2012 auf maximal 120 Gramm je gefahrenem Kilometer begrenzt werden sollen.
Porsche findet das ungerecht und will sich, mit Rückendeckung durch die Kanzlerin, dagegen mit juristischen Mitteln wehren, denn der Porsche-Chef Wendelin Wiedeking sieht dadurch die Existenz von Porsche gefährdet.
Während die meisten Hersteller damit einverstanden sind oder sich in ihr Schicksal fügen, schwebt Porsche eine ganz andere Lösung vor, denn ein parkender Porsche Carrera benötigt nicht nur weniger Benzin als ein fahrender Fiat 500, sondern stößt auch noch wesentlich weniger CO2 aus.
Und diese Tatsache ist von der EU, wie in anderen Fällen auch, wieder mal nicht berücksichtigt worden.
Auch sei es ungerecht, wenn italienische, französische und japanische Kleinwagenhersteller die EU-Vorgaben nur dadurch erreichen könnten, weil sie andere Auto bauten.

Frau Merkel sprach sich beim Besuch der IAA in Frankfurt schon mal dafür aus, dass die Lasten “fair verteilt werden”, also wie immer zu Lasten der Kleinen gehen.

Schließlich ist es auch ein Gesetz der Natur, die ja gerade durch die Begrenzung der CO2-Werte geschützt werden soll, dass große Stinker mehr stinken als kleine Stinker.
Jeder Eingriff in die Natur käme einer Verzerrung des Wettbewerbs gleich und würde viele Arten von Dinosauriern in ihrer Existenz bedrohen.

Auch der Präsident des Verbandes der deutschen Autoindustrie (VDA), Matthias Wissmann, widersprach im Namen der deutschen Hersteller dem Vorwurf, deren Umweltbemühungen seien nur halbherzig und sagte, dass „die deutsche Autoindustrie nicht generell gegen eine Absenkung der Schadstoffgrenzen sei. Aber dabei dürfen nicht alle Hersteller über einen Kamm geschoren werden.
Dass es vollkommen genüge, dass stattdessen Millionen von Arbeitnehmer über die Löffel balbiert werden, hat er nicht gesagt, sondern es sozialverträglich so formuliert, dass „am Standort Deutschland Hunderttausende Arbeitnehmer von den überdurchschnittlichen Erfolgen der Hersteller im Premium-Segment leben“.

Und nicht nur damit hat der Herr Wissmann Recht, ist doch in der ganzen Diskussion noch gar nicht berücksichtigt worden, dass PS-starke und teure Autos schon durch ihre Grundkonzeption dafür sorgen, dass weniger CO2 in die Atmosphäre gelangt, denn zum einen bleibt angesichts des Kaufpreises den meisten Leuten die Luft weg und denen, die diese Hürde überwinden konnten, stockt schon beim ersten Kavalierstart der Atem.

Unbestätigt blieben bisher auf der IAA kursierende Gerüchte, dass die Bundesregierung plane zur Existenzberechtigung von Geländewagen in den Innenstädten den Umbau von Fußgängerzonen zu Offroad-Strecken voranzutreiben. Allein wegen der wesentlich geringeren Instandhaltungskosten müsste aber dennoch darüber nachgedacht werden, war aus dem Windschatten der Kanzlerin zu hören.
Aber da hat wohl jemand CW-Wert und CO2-Wert, also dünne Luft mit schlechter Luft, verwechselt.

Noch nicht dementiert wurde auch das Gerücht , dass der neue Kleinwagen von Volkswagen, nicht „PUPS“ heißen wird, auch wenn sonst alle Modelle den Namen von Winden tragen, nachdem man sich auf Anraten der Marketingabteilung bereits gegen „FURZ“ entschieden hatte.

Machopan
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Fauxpas Sarkozy

24. September 2007 05:45

Lieber Freund

Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass die deutsche Presse permanent etwas am neuen französischen Staatspräsidenten herumzumeckern hat? Fast könnte man den Eindruck gewinnen, dass da einige Leute in D den Präsidenten in F nicht so sehr mögen, denn es liegt sicher nicht daran, dass Sarkozy nicht so gut küsst und rumschmalzt, wie der „grand charmeur“ Jacques Chirac.

Natürlich sagt man in D das nicht so offen, aber berichtet doch genüsslich über die „Fettnäpfchen“ in denen der neue Herr Präsident Sarkozy so rumtappt.
Natürlich ist der Nicolas körperlich etwas kleiner als die Bundesangela, aber dem Bundesinnenminister Schäuble kann sie doch auch noch im Stehen auf die Schulter klopfen.
Natürlich schleckt der Nicolas der Angela nicht permanent den Handrücken ab, wie sich das sein Amtsvorgänger angewöhnt hatte, weil das offensichtlich die einzige Leistung war, zu der er in seinem Dauerkomazustand noch in der Lage war.
Und natürlich hat der Herr Sarkozy auch eine etwas andere Meinung, die er auf seine eigene Art und Weise auch äußert.
Das wäre ja noch tolerierbar, wenn er nicht immer und immer wieder bereits national fest ausbaldowerte Beschlüsse und europaweite Kungeleien wegen „französischer Interessen“ in Frage stellen würde.
Also der Mann ist als Präsident von Frankreich ein solcher Nationalist, da muss man, schon Interesse Europas, etwas dagegen unternehmen.
Stellen Sie sich mal vor, was der Mann nach seinem gewonnenen Wahlkampf gegen die Sozialistin Ségolène Royal gemacht hat: „Urlaub auf Malta!“
Und den hat er sich auch noch, samt Yacht und Privatjet, von dem französischen Milliardär Vincent Bolloré bezahlen lassen.
Viele Franzosen sind empört über ihren neuen Präsidenten“, wusste der Spiegel zu melden, hatte aber auch keine Erklärung parat, warum ihn nur wenige Tage vorher die Mehrheit der Franzosen zum Präsidenten gewählt hatte.

Und Anfang August ließ er sich schon wieder einen Urlaubstrip bezahlen - diesmal ging es „samt Familie“ in die USA. In einer sündhaft teuren Villa in Wolfeboro im Bundesstaat New Hampshire machte Sarkozy erneut Urlaub auf fremde Kosten, denn „die Crombacks und die Agostinellis, mit denen die Präsidentengattin Cécilia Sarkozy befreundet ist, hatten die Familie Sarkozy eingeladen“. Diesmal wusste der Spiegel zu melden, dass „sich nicht nur Frankreichs Sozialisten erregt hätten“, vergaß aber neben den erregten sozialistischen Wahlverlierern zu erwähnen um welche sonstige wichtige Gruppierung es sich bei „nicht nur“ handeln könnte.

Doch damit war die Reihe der Fettnäpfchen noch lange nicht Ende, denn die Gattin des französischen Präsidenten „brüskierte“ den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, George W. Bush und sagte ein Picknick mit Bush und seiner Ehefrau Laura wegen „Unpässlichkeit“ ab. Schon tags darauf wurde sie jedoch beim Stadtbummel gesehen.
Auch wenn jedem Ehemann diese spontan auftretenden „Unpässlichkeiten“ der Gattin sehr wohl bekannt sind, hielt der Spiegel es wiederum für berichtenswert, wobei er allerdings (lobenswerterweise) auf die Veröffentlichung des Menstruationskalendariums der französischen Präsidentengattin verzichtete.

Und der nächste Streich folgte gleich, denn der Herr Präsident Sarkozy höchstpersönlich hatte die „Diplomaten“ beleidigt und sie während des Wahlkampfs als „Feiglinge“ bezeichnet. Nach Berichten einer Zeitzeugin hat Sarkozy gesagt, dass es sehr wichtig sei „sich des Quai d’Orsay zu entledigen. Ich verachte diese Typen. Das sind Feiglinge. Wenn man feige ist, denkt man nicht nach.“

Gut, diese Wertschätzung über die Qualitäten des französischen Außenministeriums hätte der für seine kräftige Wortwahl bekannte Sarkozy auch etwas diplomatischer formulieren können. Aber im Gegensatz zur Pariser Vorstadt La Courneuve ((„Le terme ‘nettoyer au Kärcher’ est le terme qui s’impose, parce qu’il faut nettoyer cela.“), wollte er das französische Außenministerium nicht mit dem „Kärcher“ sauber machen.
Und das ist doch schon mal ein guter diplomatischer Ansatz.

Und dann kam die „Bade-Panne“.
Das französische Klatschblatt “Paris Match” zeigte Bilder von Sarkozy in der Badehose - durchaus ansehnlich. Doch dann kam heraus, dass die Fotos aus dem US-Urlaub retuschiert waren. Einige Fettpölsterchen des echten Sarkozy hatte man am Computer entfernt.“, beschreibt der Spiegel diesen medientechnischen Skandal, der um ein Haar die diplomatischen Beziehungen Deutschlands zur „Grand Nation“ nachhaltig geschädigt hätten, denn auf den retuschierten Badefotos in der „Paris Match“ waren weit weniger Speckwürste zu sehen als auf den „Badefotos“ der Bundesangela in der englischen „Sun“.
Aber das Verhältnis der Deutschen zur Geschichtsverfälschung ist auch ein ganz anderes, als das der Franzosen.

Aber es war ja eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis es zwischen dem kleinwüchsigen Präsidenten der „Grand Nation“ und der größten Kanzlerin aller Zeiten kriseln würde. Auch wenn die Beiden körperlich nur 3 Zentimeter trennen, so sind es doch Welten.
Diesmal ist es allerdings nicht der Spiegel, der die Sensation als Erster für berichtenswert hält, sondern die „Rheinische Post“. Aber die Düsseldorfer liegen ja auch viel näher an der Maginot-Linie als die Hamburger und melden (sinngemäß), dass „Frankreichs Präsident Sarkozy hochgradig verärgert über Finanzminister Steinbrück“ ist und auch Kanzlerin Merkel gehe dem Präsident zunehmend auf die männlichen Weichteile.
Es wird berichtet, dass der französische Staatspräsident sich mit dem bundesdeutschen Finanzpeer, der für sich in Anspruch nimmt ohne eigene haushalterische Leistung zum ersten Mal seit Jahren wieder einen verfassungskonformen Haushalt hinbekommen zu haben, wegen einer wohl etwas oberlehrerhaften Belehrung über die Gestaltung des französischen Steuersystems in die Haare geraten ist und sich einen derartigen Ton verbeten hat.
Dass der Name „Steinbrück“ seitdem in Paris wie ein „rotes Tuch“ wirkt, kann man als deutscher Steuerzahler durchaus nachvollziehen.
Und weil die Kanzlerin Merkel ihren Minister der Finanzen wegen der „rüden Attacke“ nicht öffentlich und unverzüglich gerüffelt hat, hat sie es jetzt im Elysée-Palast verschissen und es wird beim nächsten Staatsbesuch wohl keinen „roten Teppich“ geben unter den man die steinbrückschen Unverschämtheiten kehren könnte.
Jetzt müssen halt die diplomatischen „Feiglinge“ vom Quai d’Orsay mal ran und der Bundesangela verklickern, dass sie vom französischen Staatspräsidenten keine Handküsschen mehr erwarten kann und ihm ihr missionarischer Trippelschrittkurs mit dem sie durch Deutschland und Europa eiert, samt dem Gesabber ihrer Minister Steinbrück und Gabriel wegen den Finanzen und Atomkraftwerken „zunehmend auf die Nerven geht“.

Dabei kann es sicher nur um ein kleines Missverständnis handeln, denn der „kleine Franzose“ hat wohl einfach die geflüsterten Machtworte der größten Kanzlerin aller Zeiten überhört.
Vielleicht sollten die Beiden wirklich mal zusammen in Urlaub fahren.
Irgendein Krösus, der auch die Kosten für die Angela übernimmt, muss sich doch irgendwo auftreiben lassen.

Währenddessen kann ja auch die erbsenzählerische Berichterstattung über den französischen Staatspräsidenten in den deutschen Medien weiter gehen.
Meldet doch der Spiegel am 12. September 2007, dass die Umfragewerte in Frankreich erstmals seit dem Amtsantritt eine sinkende Popularität Sarkozys anzeigen. Zwar sei die Beliebtheit Sarkozys mit 62 Prozent weiter hoch, doch der Anteil der Unzufriedenen ist um vier Punkte auf 37 Prozent gestiegen. Begründet wird der Popularitätsrückgang mit der geänderten Haltung Sarkozys zum EU-Beitritt der Türkei, weil er im Wahlkampf immer betont hatte strikt gegen den Beitritt zu sein. Als Präsident der Franzosen hat er aber gebilligt, dass die EU die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei fortsetzen darf.
Die Mehrheit der Franzosen ist aber gegen einen Beitritt.

Befragt wurden übrigens am 6. und 7. September per Telefon 1005 Franzosen. Es kann also durchaus davon ausgegangen werden, dass diese Umfrage im Sinne der deutschen Medien als „repräsentativ“ betrachtet werden kann.

Ich wollt ich wär ein Hirsch, dann könnte ich wenigstens röhren!
So bleibt mir nur der Schlachtruf von Benjamin Blümchen um den Sinkflug des französischen Präsidenten in den deutschen Medien zu begleiten:

„Törööö, Törööö, Törööö!“

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