Vogelgrippe

31. August 2005 05:45

Mein lieber Freund!

„Mit Vögeln sollte man in der nächsten Zeit vorsichtig sein“ meldet die Tagespresse und ich bin mir sicher, dass auf diesen Satz wieder einige Suchmaschinen hereinfallen werden, die meisten (Be)sucher keine Ornithologen sind und in der in der Zeit zwischen 23:00 Uhr abends und 4:00 Uhr morgens diese Zeilen (enttäuscht) gelesen werden.

So wie sich der Control String Tanga und der Knackarsch konstanter Beliebtheit erfreuen, wird sicher auch dieser Beitrag seinen Weg machen und dank Google Verbreitung um den gesamten Globus finden.
Aber zurück zum eigentlichen Thema.
Die Vogelgrippe, auch als Geflügelpest bekannt, breitet sich von Südostasien kommend über Russland in Richtung Europa aus.
Auch auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft wird auf diese Gefahr hingewiesen: «Wir verfolgen die Entwicklung der Vogelgrippe seit langem sehr aufmerksam. Das Bundesverbraucherministerium hat alle der derzeitigen Lage angemessenen Maßnahmen ergriffen, um ein Ausbreiten der Tierseuche “Vogelgrippe” nach Deutschland zu verhindern“.»

Mit der Verbreitung wächst nach Meinung vieler Experten die Gefahr, dass sich das tierische Virus mit einem menschlichen Erreger kreuzen und so ein hochgefährliches auf den Menschen übertragbares Supervirus entstehen könnte.

Dass diese Meinung nicht von allen Teilen der Bevölkerung geteilt wird, zeigt folgender Dialog eines Paares in den Fünfzigern, den zu belauschen mir vor einigen Tagen in einem Stuttgarter Cafe gegönnt war.
Während sie damit beschäftigt war das zweite Stück Schwarzwälder Kirschtorte auf die Fettpolster der prallen Hüften zu vermampfen, hatte er den Kopf dauerhaft zwischen den Seiten der lokalen Zeitung versenkt und schwieg sich aus.
Ohne die Zeitung zu senken, ertönte plötzlich laut und deutlich seine Stimme durch das fast leere Lokal: „Mit Vögeln muss man in der nächsten Zeit vorsichtig sein“.
Sie hielt mit dem nächsten Stück Torte auf dem Weg zum Mund kurz inne und meinte verwundert: „Wie meinst du das?“
Hinter der Zeitung erschien ein spärlich behaarter Schädel und kurz danach war die Erklärung, offensichtlich aus einem Artikel zitiert, zu hören: „Mit Beginn der Zugvögelzeit besteht die Gefahr, dass das Vögelgrippevirus auch nach Deutschland eingeschleppt und auf Menschen übertragen werden kann.“
Worauf sie erst mal genüsslich das Stück Torte im Mund zerkaute und anschließend noch die Kuchengabel mit der Zunge von einem letzten Rest Sahne befreite, dem es gelungen war sich zwischen den Gabelspitzen zu verstecken.
„Da musst du aber keine Angst haben“, ließ sie verlauten und leckte sich dabei die Lippen.
Der Schädel ihres Gatten schnellte ruckartig hinter der Zeitung hoch und sein Mund gab ein erschrecktes „Wie meinst du das?“ von sich.
Sie genoss es offensichtlich, seine Aufmerksamkeit erregt zu haben und ließ sich Zeit, bevor sie antwortete: „Ach du hast dich schon vor mehr als 20 Jahren mit dem Vögelkrüppelvirus angesteckt. Du bist doch in der Zwischenzeit längst iman geworden“.
Darauf er: „Das heißt nicht iman, du meinst bestimmt renitent“.

Bei diesem Satz habe ich mich an meinem Kaffee verschluckt und durch einen lauten Lacher die Aufmerksamkeit des Pärchens erweckt, die mich fast synchron mit einem strafenden Blick ob der Störung abmahnten.

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Passmusterverordnung

30. August 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Am 15. August 2005 wurde im Bundesgesetzblatt Teil I Nr. 48, die „Zweite Verordnung zur Änderung passrechtlicher Vorschriften“ veröffentlicht.
Zugegeben, die Veröffentlichung irgendwelcher Gesetze und Verordnungen geht dem Normalbürger meist solange an dem Körperteil vorbei mit dem er sonst versucht die Probleme auszusitzen, bis er mit dem Problem persönlich konfrontiert wird.
Weil ich gerade meine nichts Besseres zu tun zu haben, will ich mal einen kleinen kommentierten Exkurs durch diese „Zweite Verordnung zur Änderung der passrechtlichen Vorschriften“ machen.

Diese Verordnung besteht aus 6 Paragraphen und regelt in §1 die „Verordnung zur Bestimmung der Muster der Reisepässe der Bundesrepublik Deutschland (Passmusterverordnung – PassMustV) und in §3 die Änderung der Passgebührenverordnung vom 3 Dezember 2001.
Der Bundesrat hat der Verordnung, die am 1. November 2005 in Kraft tritt, bereits zugestimmt und dem Bundesminister des Inneren Schily erlaubt diese Verordnung im Bundesgesetzblatt bekannt zu machen. Was dieser getan hat, denn sonst hätte ich ja nix über diese Verordnung erfahren.
Der Anfang dieser Verordnung liest sich ja noch ganz locker, denn es wird wohl niemand vom Hocker reißen, wenn er erfährt, dass das Bundesministerium des Innern im Benehmen mit dem Auswärtigen Amt verordnet, dass „auf Grund des §4 Abs. 5 Satz 1 des Passgesetzes vom 19. April 1986 (BGBl. I S.537), der durch Artikel 7 des Gesetzes vom 9. Januar 2002 (BGBl. I S.361) geändert worden ist und auf Grund des §20 Abs. 2 Satz 1 des Passgesetzes vom 19. April 1986 (BGBl. I S.537) in Verbindung mit dem 2- Abschnitt des Verwaltungskostengesetzes vom 23. Juni 1970 … und so weiter und so fort und wenn das weiße Pferd nicht verendet oder dem Bürokratieabbau zum Opfer gefallen ist, dann äpfelt es noch weiter durch die Stuben im Ministerium des Innern, natürlich im Benehmen mit dem Auswärtigen Amt.

Doch kommen wir jetzt langsam zur Sache. Da wären zuerst mal die Änderungen der Passgebührenverordnung, die in Artikel 3 geregelt sind und als Frontalangriff auf den Geldbeutel des Bürgers gerichtet sind.
Dort heißt es: «In Nummer 1a wird die Angabe „26 Euro“ durch die Angabe „59 Euro“ ersetzt». Auch ohne Taschenrechner kann man sofort feststellen, dass es sich um eine Gebührenerhöhung um mehr als 100% handelt, die da vom Bundesministerium des Innern im Benehmen mit dem Auswärtigen Amt und der Zustimmung des Bundesrates im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und zum 1. November 2005 in Kraft treten wird.
Noch besser wird es im nächsten Satz, denn da wird «die Angabe „13 Euro“ durch die Angabe „37,50 Euro“ ersetzt. Das wäre dann eine Erhöhung um knapp 200%. Alles natürlich einvernehmlich abgenickt von den Parteien, die sich in wenigen Wochen zur Wiederwahl stellen wollen um die Republik zu erneuern und die Lasten gerechter zu verteilen.
Kann ja nicht schaden, dass der Bürger das weiß, wenn am 18. September der Vorhang der Wahlkabine hinter ihm zufällt.

Nicht schaden kann auch, wenn man sich im Anhang der Passmusterverordnung die Vorschriften für das bei der Beantragung eines Passes notwendige Lichtbild durchliest. Bevor man zum Fotograf geht natürlich.
Denn bei der Beantragung eines Passes ist vom Passbewerber (das sind Sie und ich) ein aktuelles Lichtbild vorzulegen. Und jetzt kommt’s: «Das im Pass sichtbar dargestellte und in ein Speichermedium eingebrachte Lichtbild muss den Passinhaber zweifelsfrei erkennen lassen. Es ist in der Größe 45 Millimeter x 35 Millimeter im Hochformat ohne Rand abzugeben, wobei das Gesicht in einer Höhe von mindestens 32 Millimeter darzustellen ist. Es muss die Person in einer Frontalaufnahme und mit unverdeckten Augen zeigen. Das Lichtbild muss den Passbewerber ohne Kopfbedeckung zeigen; hiervon kann die Passbehörde insbesondere aus religiösen Gründen Ausnahmen zulassen. Im Übrigen muss das Lichtbild den Anforderungen der Anlage 3 entsprechen.»

In Anlage drei geht es dann aber richtig zur Sache und es wird schnell klar, dass ab dem 1. November 2005 bei der Beantragung eines neuen bundesdeutschen Reisepasses neben den erhöhten Gebühren nach der Passgebührenverordnung erhebliche Kosten für die Beschaffung eines Passfotos entstehen, das den Anforderungen zur biometrischen Erkennung des Passinhabers genügt:

  • Das Foto muss die Gesichtzüge der Person von der Kinnspitze bis zum Haaransatz sowie die linke und rechte Gesichthälfte deutlich zeigen.
  • Die Gesichtshöhe muss 70 bis 80 Prozent des Fotos einnehmen.
  • Bei volumenreichen Haar sollte darauf geachtet werden, dass der Kopf (einschließlich Frisur) vollständig abgebildet ist.
  • Die Gesichtshöhe darf 32 Millimeter nicht unterschreiten.
  • Das Gesicht muss zentriert auf dem Foto platziert und in allen Bereichen scharf abgebildet, kontrastreich und klar sein.
  • Die Person muss auf dem Foto mit neutralem Gesichtausdruck und geschlossenem Mund direkt in die Kamera blicken.
  • Die Augen müssen geöffnet und deutlich sichtbar sein und dürfen nicht durch Haare oder Brillengestelle verdeckt werden.
  • Kopfbedeckungen sind grundsätzlich nicht erlaubt. Ausnahmen sind insbesondere aus religiösen Gründen zulässig. In diesem Fall gilt: Das Gesicht muss von der unteren Kinnkante bis zur Stirn erkennbar sein.

Und jetzt frage vermutlich nicht nur ich mich, warum sich einige Antragsteller für einen neuen bundesdeutschen Pass bis zum Haaransatz fotografieren lassen müssen und die anderen nur bis zur Stirn. Ich hatte immer geglaubt, vor dem Gesetz (Grundgesetz Artikel 3 Abs. 3) wären alle Bürger gleich, denn da heißt es unter anderem, dass niemand wegen seinem Geschlecht oder gar seiner Religion benachteiligt oder bevorzugt werden darf. Außerdem kann ich mich dumpf daran erinnern, dass irgendwo etwas über die Trennung von Staat und Kirche steht.
Also wenn schon Angehörige einer bestimmten Religion ihr Haupt verhüllen müssen, und der Staat darauf Rücksicht nimmt, dann sollte er aber auch darauf bestehen, dass eine derartige Regelung auch auf die männlichen Angehörigen dieser Religion Anwendung findet, denn irgendwo steht im Grundgesetz auch etwas über die Gleichberechtigung von Mann und Frau.

Oder sollte es sich bei der „Zweiten Verordnung zur Änderung passrechtlicher Vorschriften“ in der Fassung vom 15. August 2005 gar nicht um einen amtlichen Ausweis der Bundesrepublik Deutschland handeln, sondern um den Mitgliedsausweis einer Religionsgemeinschaft?
Dann wird man doch sicher die nicht unerheblichen Gebühren und Kosten zum Erwerb dieses Ausweises als Spende von der Steuer absetzen können, sofern man sich überhaupt entschließt dieser Gemeinschaft beizutreten?

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Stimmrecht

29. August 2005 05:45

Mein lieber Freund!

„Jedem Bürger eine Stimme – Wahlrecht für Kinder“.
In schöner Regelmäßigkeit taucht diese Forderung immer wieder auf und verschwindet nach kurzer, meist heftig konträrer Debatte rasch in der politischen Mottenkiste. Auch wenn Herbert Grönemeyer zwischendurch mit seinem Hit „Kinder an die Macht“ aus den Lautsprechern tönt, macht dieser Vorschlag noch lange keine Kinder.

Nun hat ja jeder Bürger dieser Republik eine Stimme, die er gleich nach der Geburt, meist zum Leidwesen seiner Umwelt, kräftig ausprobiert. Es dauert dann einige Jahre bis aus dem kreischenden Geräusch das durch vorbeiströmende Luft an seinen Stimmbänder erzeugt wird, dann meist nur für Insider verständliche Plappertöne werden, wie sie die Dreimannband „Trio“ mit „Da Da Da“ als Hit in die Charts brachte.
Wie die meisten Väter, die ihre Kinder nicht gleich nach der Zeugung in die mütterliche Obhut abgegeben haben, wissen, wird in den typischen Entwicklungsphasen eines heranwachsenden Jungbürgers dessen Stimme primär zur Beschaffung von Nahrung, Spielzeug, Designerklamotten und unnötiger Kommunikationselektronik nebst noch unnötigeren Pieps- Brumm- und Pfeiftönen verwendet.
Zusammengefasst kann man diese Art der innerfamiliären Stimmverwendung als „nervtötendes Gequengel zur Verschaffung von eigenen Vorteilen auf Kosten Anderer“ bezeichnen.

Auch wenn sich dieser Zustand in vielen Fällen mit dem Erreichen des achtzehnten Lebensjahres nicht unbedingt ändert, gewinnt er doch durch die automatische Erlangung des aktiven Wahlrechts durch den herangewachsenen Bürger nun eine ganz andere Dimension, mit nunmehr auch innenpolitischen Auswirkungen.
Denn nun schwappt das während achtzehn langer Jahre zur eigenen Vorteilsbeschaffung perfektionierte Stimmverhalten des Jungbürgers über in die Wahl der Volksvertreter einer freiheitlich demokratischen Republik. Somit sehen sich 18-jährige Jungbürger und Jungbürgerinnen plötzlich mit der Problematik konfrontiert, nicht mehr zwischen „McDonalds und BurgerKing“ oder zwischen „zu dir oder zu mir“, sondern zwischen „Gut und Böse“, und „Schwarz und Rot“ und „Kapitalismus und Sozialismus“ wählen zu müssen.

Dazu schreibt der Benutzer ZAP im Spiegel-Forum am 24.8.2005 um 11:55 Uhr, also exakt zu einem Zeitpunkt, den man im Volksmund „fünf vor Zwölf“ nennt:
«Ich denke Kinder sollten sich nicht zu früh mit dem Thema Politik beschäftigen, ich glaube nicht das dies gut ist für die Entwicklung der Persönlichkeit eines jungen Menschen. man sollte doch den Kinder ihre Leichtigkeit lassen und Sie nicht mit diesen Dingen belasten. Wenn das nun ein Politiker fordert so sieht er meiner Meinung darin doch nur neue erschließbare Wählerressourcen, evtl. sogar noch leicht(er) manipulierbare, ein klares NEIN dazu!»

Man darf über diesen Kommentar, den Reifegrad des Schreibers und den Wahlreifegrad von Jungwählern sicher konträr diskutieren, richtig und länger nachdenken sollte man aber über die Worte „noch leicht(er) manipulierbare Wählerressource“ im letzten Satz.
Wenn das stimmt, dann kann doch nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass die zunehmenden innenpolitischen Probleme dieser Republik ihre eigentliche Ursache im Stimmverhalten der Wähler und womöglich in einer falschen Erziehungs-, Bildungs- und Familienpolitik haben könnten.
Da macht es sicher nur aus Sicht der zu Wählenden Sinn, nach mehr Stimmquantität zu rufen, statt nachhaltige Maßnahmen zur Verbesserung der Stimmqualität zu initiieren und zu fördern.

Getreu nach der Volksweisheit, dass „was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ braucht man sich nicht wundern, dass auch ältere Stimmberechtigte ihre Stimme primär „zur Verschaffung von eigenen Vorteilen auf Kosten Anderer“ einsetzen, wobei mit zunehmenden Alter die Stimme in ein nuschelndes Gebrabbel überzugehen scheint.

Nun spielt es nicht wirklich eine Rolle in welchem Frequenzbereich und mit welcher Lautstärke die Stimmberechtigten der Republik ihre Stimmen erheben und ob sie „Hossiana“ oder „kreuziget ihn“ rufen, denn nach der Wahl will keiner der Gewählten mehr „Volkes Stimme“ hören.
Ist menschlich ja auch verständlich, denn wer will sich schon bis zur nächsten Wahl dieses „nervtötende Gequengel zur Verschaffung von eigenen Vorteilen auf Kosten Anderer“ anhören.
Im Bereich der Familienplanung gibt es dazu ein einfaches Mittel: „keine Kinder“.
Innenpolitisch lässt sich dieses Problem durch „keine Bürger“.lösen.
Wenn wir so weitermachen wie bisher, löst die familienpolitische Maßnahme „keine Kinder“ automatisch die innenpolitische Maßnahme „keine Bürger“ aus und in etwa hundert bis zweihundert Jahren hat sich das „deutsche“ Problem von selbst erledigt..

Aber vielleicht hilft es ja auch schon, wenn wir die „Deutschland AG“ mal nach den Regelwerken einer Aktiengesellschaft führen und die Aktionäre auf der einmal jährlich stattfindenden Hauptversammlung von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen um die Mitglieder des Aufsichtsrats zu wählen und über die weitere, vom Vorstand vorgeschlagene Geschäftspolitik zu beschließen.
Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt wäre die Entlastung des Aufsichtsrats und des Vorstandes und -last but not least- die Verwendung der von der Gesellschaft erwirtschafteten Gewinne.
Stimmt’s oder habe ich Recht?

Ach wär des schee – wär doch jeder Bürger Aktionär bei der Deutschland AG.

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Schwächeanfall

26. August 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Kaum zu glauben und ohne den fotografischen Beweis in den Medien nicht vorstellbar, aber der SPD-Chef Franz „Münte“ Fering hat einen Anfall der Schwäche erlitten. Mitten vor dem Mikrofon, eben als er zu den Schafen dieser Republik sprechen und ihnen das Wort ihres Herrn über das Vertrauen in Deutschland verkünden wollte, kollabierte sein Organismus aus Gründen, die ihre Ursache wohl in den verbalen Schwindelanfällen der letzten sieben Jahre haben dürfte.
Glück im Unglück und Hilfe in der Not leisteten Ärzte der Universitätsklinik Homburg, die ihre schwindenden Einkommen durch nebenberufliche Blasmusik aufzubessern versuchten.
Jetzt stellen Sie sich mal vor, die rot-grüne Bundesregierung hätte in den letzten Jahren keine grundlegende Reform des bundesdeutschen Gesundheitswesen mit erheblichen Kosteneinsparungen und Beitragsabsenkungen für die Versicherten durchgeführt. Dann wären die Ärzte alle im Klinikum gewesen und hätten sich gemäß ihrem medizinischen Eid um die kranken und siechen Beitragszahler gekümmert, während sich der Münte Fering im Zustand der Schwäche mit einem freiwilligen Sanitäter vom Roten Kreuz hätte begnügen müssen.
Wer weiß wie das ausgegangen wäre?

Man mag ja gar nicht daran denken, dass der 65-jährige Chef der roten Genossen, die gerade versuchen im Schweinsgalopp die Kurve zur nächsten Bundestagswahl zu nehmen, für längere Zeit ausgefallen wäre. Vermutlich hätte das Bundesverfassungsgericht in einem Eilverfahren darüber entscheiden müssen, ob die Wahl von vorne herein annulliert werden muss, weil der roten Partei einer ihrer wesentlicher Schwindelfaktoren ins Koma gefallen ist.

Münte Fering wurde nach Medienberichten in ein Krankenhaus gebracht und dort eine Nacht festgehalten, bis er wieder soweit ansprechbar war um die Praxisgebühr über 10 Euro in bar bezahlen zu können.
Derweil wurde sein Platz in der für den nächsten Tag geplanten Sendung “Wahl 2005 im ZDF - Die Berliner Runde“ mit seinem Parteikollegen „Superwolli“ Clement besetzt, einer weiteren Koryphäe nicht eingehaltener Versprechungen und Inhaber des Lehrstuhls für realitätsferne Wirtschaftsprognosen.

Die Sendung habe ich mir heute Abend angetan und den Ersatzgenossen mit seinen Prognosen genossen.
Und jetzt habe ich die Schwindelgefühle, die sich zu einem Schwächeanfall ausweiten könnten, wenn die hochdosierte Medikamentierung mit „Vertrauen in Deutschland“ nicht anschlägt.

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Wahlarena

25. August 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Die Bürger dieser Republik, die am 24. August des Jahres 2005 in der Lage waren die gleichnamige Sendung in den Fernsehprogramme von NDR oder WDR oder HR zu empfangen, konnten das einmalige Erlebnis von Bundesschröders Märchenstunde erleben. Es hätte auch das Wort zum Sonntag oder die Geschichte von Tarzan und den sieben Geißlein sein können.
Ich habe mich auf dem Boden vor Lachen gekugelt, nachdem ich bei der Ankündigung des Moderators, der Bundeskanzler würde zu aktuellen Fragen persönlich Stellung beziehen, vor lauter Schreck vom Sofa gefallen war.
Nur aus der Perspektive eines Nacktmulls konnte ich dem in feinsten Zwirn gekleideten Herrn Bundeskanzler noch etwas Größe abgewinnen und seinen hehren Worten lauschen.

Jetzt, nach Ende der Sendung, hoffe ich inbrünstig, dass das Bundesverfassungsgericht den Wunsch des Bundeskanzlers nach Neuwahlen verneint, denn ich möchte diesen Kanzler behalten.
Ja, ich möchte ihn behalten und, viel mehr noch, ich möchte ihn genießen. Genießen bis zur letzten Sekunde, denn immerhin habe ich ihn gewählt, weil mir anno 1998 der dicke Amtsvorgänger und seine Schmier- und Schwarzgeldaffären auf die männlichen Weichteile gegangen sind.
Natürlich habe ich mir damals durch den Amtswechsel etwas erhofft, auch wenn meine Erwartungshaltung wohl für das Leistungsvermögen des Gewählten -nachträglich gesehen- etwas hoch war. Dass nicht alles so geklappt hat, was die Jungs und Mädels um den Bundesgerd da in den ersten vier Jahren ihres Schaffens und Würgens angezettelt haben, hat sich ja in der Zwischenzeit in der Republik rumgesprochen.
Aber sind wir doch ganz mal ehrlich. Konnten Sie sich bei der Wiederwahl in 2002 vorstellen, dass es Rot-Grün gelingen würde innerhalb von sieben Jahren noch mehr Scheiße bauen zu können, als Schwarz-Gelb in den 16 Jahren davor?
Eben!
Und jetzt habe ich einen Punkt erreicht, wo ich mich an die Sprüche des größten Lügners und Dampfplauderers der bundesdeutschen Geschichte nach der Wiedervereinigung gewöhnt habe.
Darum will ich diesen Kanzler behalten!
Und ich will diesen Kanzler genießen!
Denn niemand in diesem unseren Lande hat einen höheren Unterhaltungswert als unser aller Bundesgerd. Die Sprüche, die dieser Mann drauf hat, sind einfach unvergleichlich und unvergesslich. Oft zitiert, oft kopiert, noch öfter imitiert, aber immer unerreicht. Niemand kann diesem Original das Wasser reichen. Zusätzlich zur Nominierung für den Friedensnobelpreis müsste man diesem Menschen noch den Orden wider den tierischen Ernst mit Schwertern und Brillianten am Bande verleihen. Auch wenn es in der wiedervereinigten BRddr für viele Bürger nichts mehr zu lachen gibt, über den Bundesgerd kann man immer lachen. Je länger, desto besser. Denn lachen hält gesund, entlastetet somit die Sozialsysteme und schafft dadurch die Voraussetzung für den Aufschwung.
Das wäre doch gelacht, wenn das nicht klappen würde.

Da kommt aus dem Publikum die Frage eines 43-jährigen arbeitlosen Familienvaters mit sechs Kindern nach seiner eigenen Zukunft und der Zukunft seiner Familie. Und der Gerd erzählt ihm erst lang und breit, welche Leistung die Bundesregierung erbracht hat um Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe zusammen zu legen und endet dann nach langen nichtssagenden Füllsätzen mit den Worten, dass der Mann nun „ein Recht habe in den Arbeitsmarkt vermittelt zu werden“.
Echt, das Gesicht von dem arbeitslosen Stahlkocher, der am Beginn einer Karriere als Sozialschmarotzer steht, hätten Sie sehen sollen. Mit einer solch diplomatischen Antwort vom Bundesgerd hatte er wohl nicht gerechnet. Und das vor laufenden Kameras. Die Hälfte vom Publikum hat mit den Augen gerollt und die andere Hälfte hat mit dem Kopf geschüttelt.
Und ich hab mich an meinem Weizenbier verschluckt, das mir durch einen spontansarkastischen Auflacher in die Luftröhre geraten war. Sie müssen mir glauben, ich hatte noch Tränen in den Augen, als auch schon der nächste Sketch über die Sender lief.
Diesmal war es eine Frau, dem Dialekt nach aus dem wilden Osten oder jenseits des Weißwurstäquators, die nach 35-jähriger Tätigkeit von ihrem mittelständischen Arbeitsgeber in die Arbeitslosigkeit gekündigt worden war, weil dem die Insolvenz der einzige Ausweg aus sieben Jahren rot-grüner Wirtschaftspolitik schien.
Stellen Sie sich mal vor, die Frau war erst Mitte Fuffzig und wollte doch glatt vom Bundesgerd wissen, warum sie jetzt mit ALGII nicht in ihrer 65 qm großen Wohnung bleiben darf, sondern in eine kleinere Wohnung umziehen soll. Also mal ehrlich, sowas fragt man doch nicht den Bundeskanzler einer der größten Industrienationen der Welt. Obwohl es nun wirklich nicht seine Aufgabe ist, hat der Bundesgerd versprochen sich höchst persönlich um die Angelegenheit zu kümmern und sie zur Kanzlersache zu machen, damit die Frau „ein Recht habe, in ihrer Wohnung bleiben zu dürfen“.
Obwohl es im Studio ganz kurz mucksmäuschenstill war, hätte ich schwören können, dass da im Hintergrund irgendwo ein paar Ossies gelacht haben. Die Beste aller Frauen, die neben mir bis zum bitteren Ende der Sendung ausgeharrt hat, obwohl sie diese emotional doch ziemlich anstrengend fand, wollte sogar ein verwehtes „na dann gute Nacht“ aus dem Publikum vernommen haben. Aber weil ich mir zu diesem Zeitpunkt so heftig auf die Schenkel geklopft und nach mehreren zwerchfellunterstützten Brüllern nach Atem gerungen habe, konnte sie es nicht genau verstehen. Es könnte statt „na dann gute Nacht“ auch ein „na so ein Arschloch“ gewesen sein.

Kaum hatte ich mich einigermaßen beruhigt und Puls und Atmung wieder in den grünen Bereich gebracht, da kam schon der nächste Gag.
Eine Frau mit zwei kleinen Kindern wollte wissen, ob der Kanzler nach seiner Wiederwahl dafür sorgen würde, dass ihre Kinder einen Kindergartenplatz bekommen damit sie selbst wieder arbeiten gehen kann um die Familie finanziell über Wasser halten zu können. Man konnte dem Schröder genau ansehen, dass er Mühe hatte sich daran zu erinnern, dass Paare unterschiedlichen Geschlechts manchmal nicht nur dazu neigen sich zu paaren, sondern sich ab und an auch noch vermehren. Das wäre ja auch zuviel verlangt von einem Mann, der bisher in seinen eigenen Partnerschaften über das Paaren nicht hinausgekommen ist.
Die langatmige, ausführliche Antwort des Kanzlers auf diese Frage habe ich vergessen. Zum einen, weil ich ihm auf seinem Exkurs durch die Entstehungsgeschichte der Menschheit geistig nicht folgen konnte und zum anderen, weil seine Antwort durch die Zwischenrufe der Besten aller Frauen lautstark überlagert wurde. Erst als diese das Zimmer verließ, um mir weisungsgemäß im Keller eine Flasche Bier zu holen, konnte ich mich der Antwort des Kanzlers wieder mit vollem Genuss hingeben. Leider zu spät, denn ich vernahm nur noch seine Worte, dass die Frau „ein Recht habe, für ihre Kinder einen Kindergartenplatz zu bekommen“.

Dann kam der Hit.
Ein Rentner mit Gesundheitssandalen und Gießkanne im Garten des eigenen Häuschens wollte vom Bundesschröder wissen, wann denn die Renten wieder mal erhöht würden.
Mir war ja sofort klar, dass das eine Fangfrage war um den Kanzler in den Konflikt zwischen den Generationen hineinzuziehen. Schließlich weiß ja jeder, dass die Rentner auf Kosten der hart arbeitenden Bevölkerung in Saus und Braus leben und die Republik an den Rand eines Staatsbankrotts treiben werden, sofern sich so engagierte Politiker mit hoher Sozialkompetenz wie der Bundesgerd nicht dazwischen werfen um die Zukunft unsere Jugend nachhaltig zu sichern.
Die Antwort vom Bundesschröder war wie immer:
1. Weit hergeholt
2. wenig aussagekräftig um nicht zu sagen absolut unpräzise
3. weitgehendst am Thema vorbei
4. stark verallgemeinert aber absolut sozialverträglich
5. in sich zwar rund, hatte aber sonst mit der Frage wenig zu tun
6. unterhaltsam wie das Schnarchverhalten eines paarungsunfähigen Nacktmulls während der Laichzeit

Womit ich wieder beim Thema wäre – dem Unterhaltungswert des Bundeskanzlers.
Bewertet auf der nach oben offenen Nacktmullrichtungskala erreicht der Bundesgerd absolute Spitzenwerte in dem vom staunenden Wähler finanzierten schwarz-rot-grün-senf-farbenen Schmierentheater.

Also lassen Sie uns diesen Kanzler behalten!
Bitte!
Bis wir unser Gelächter über seine platten Sprüche und unsere eigene Dummheit nicht mehr ertragen können.

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