Rentenbeiträge

28. Februar 2005 05:45

Mein lieber Freund

Manchmal kommt es vor, dass ich nicht Zeitung lese, sondern Zeitung gucke!
Das ist ein Riesenunterschied. Ja ehrlich, hab ich bis vor ein paar Jahren auch nicht gewusst. Damals konnte ich in der Firma einen total blödsinnigen Brief mit jeder Menge Schreibfehler, gerade noch vor dem Massenversand an Kunden zurückhalten. Der Unterzeichner dieses Briefes, ein Arbeitskollege, erklärte mir, dass er den Brief nicht gelesen, sondern nur angeguckt und deshalb die Fehler nicht bemerkt hätte.

Also ich sitze heute so da und gucke Zeitung. Und was sehe ich da für eine Schlagzeile im Handelsblatt?
«Rentenbeiträge im Januar wieder gesunken»

Ohhh, denk ich mir, da hab ich gar nicht mitbekommen, dass die Rentenbeiträge in den letzten Monaten auch gesunken sind. So aus dem Gefühl heraus hätte ich eher vermutet, dass die Beiträge gestiegen sind und lese interessiert weiter:
«Die Beitragseinnahmen der gesetzlichen Rentenversicherungen sind im Januar erneut gesunken. Nach Informationen des “Handelsblatts” aus Kreisen der Rentenversicherung lag der Wert mit 13,4 Milliarden Euro um 0,8 Prozent unter den Beitragseinnahmen im Januar des Vorjahres.
Im Gesamtjahr 2004 waren die Beitragseinnahmen um 0,1 Prozent gefallen. Nachdem im Dezember überraschend ein Plus von 8,6 Prozent verbucht wurde, hatte die Bundesregierung auf eine Trendwende gehofft. Die Januar-Zahl belegt nach Angaben des “Handelsblatt”, dass der Dezember durch Sondereffekte überzeichnet war.
HANDELSBLATT, Donnerstag, 17. Februar 2005, 17:17 Uhr»

Aha, geht es mir durch den Kopf. Das ist also der Unterschied zwischen Lesen und Gucken. „Geguckt“ sind es die Rentenbeiträge, also das was die Beitragszahler zahlen müssen.
Und „gelesen“ sind es dann die Beitragseinnahmen der Rentenversicherungen, also das was die Kassen eingenommen haben.
Also entweder kennt der Redakteur beim Handelsblatt den Unterschied zwischen Rentenbeiträgen und Beitragseinnahmen nicht, oder er war mit den Gedanken schon zu Hause bei seinen Lieben, denn es war schon 17:17 Uhr und doch schon etwas spät für den Redakteur einer „Tageszeitung“.

Dass die Hoffnung der Bundesregierung auf eine Trendwende bei den Beitragseinnahmen geplatzt ist, tut mir richtig leid.
Echt! Stellen Sie sich mal vor, die Genossen hätten ohne diese Zuversicht die Einführung von ALG II und der Autobahnmaut verkraften müssen. Ohne Harakiri oder Selbstzerfleischung wären da einige nicht durch den Januar gekommen.
Aber vielleicht hätte man den Genossen mal sagen sollen, dass im Dezember in manchen Firmen noch das Weihnachtsgeld ausgezahlt wird und sich bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze auf die Höhe der Beitragszahlung zur Rentenversicherung auswirkt.
Man muss schon ziemlich naiv und nervös sein, um daraus einen „Aufschwung“ ablesen zu können.

Übrigens, hatte Superwolli Clement nur wenige Stunden zuvor, kräftig steigende Arbeitslosenzahlen für den Februar angekündigt.
Und dabei ist dieser Monat mit 28 Tagen doch der kürzeste im ganzen Jahr.
Oder ist 2005 etwa ein Schaltjahr?

Machopan

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Stromschlag

27. Februar 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Früher war alles besser!!!
Als Hundebesitzer konnte man seinen Fiffi frei laufen lassen und solange der nicht permanent in Nachbars Vorgarten kackte oder die Kühe vom letzten Alibi-Bauern der kleinen Dorfgemeinde über die Wiesen jagte, war die Welt in Ordnung.

Doch dann kamen die Hundemarken, dann der Leinenzwang und der Maulkorberlass für alle Vierbeiner zwischen deren Zähne ein Kinderarm eventuell passen könnte.
Ok, ok ich habe auch etwas gegen „Kampfhunde“, nur gehört nach meiner Erfahrung der Besitzer und/oder Halter einer solch abgerichteten „Kampfmaschine“ an die Leine, in einen Zwinger oder gleich hinter Gitter. (Oh, oh, das wird jetzt wieder heftige Angriffe getroffener Hundehalter und Kinderschützer auslösen).

Aber ich bitte um Nachsicht, denn ich bin von Kindesbeinen an mit (großen) Hunden aufgewachsen. Sie haben mit mir gespielt und ich habe in ihren Hütten geschlafen und von ihren Tellerchen gegessen. Mir ist dabei nie ein Haar gekrümmt worden. Ja ich mag Hunde und ich mag und habe Kinder!

Ärgern muss ich mich aber über die Häufchen der Vierbeiner, die auf Wegen und Plätzen herumliegen, nur weil Herrchen seinen Liebling gerade da abkacken lässt, wo es ihm beliebt und wo es ihm gerade einfällt.
Auch Hunde kann man zum ordentlichen Stuhlgang erziehen. Aber was will man schon von Herrchen erwarten, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit selber irgendwo gegen einen Baum pullern. Diese Art des Urinierens habe sich die Hunde schließlich bei Herrchen abguckt.

Und einer „der besten Freunde des Menschen“ musste für diese Art der Harnerleichterung und Reviermarkierung jetzt mit seinem Leben bezahlen:

«Stromschlag: Hund stirbt beim Beinchen-Heben am Laternenpfahl
Lille (AFP) - Beim Beinchen-Heben an einem Laternenpfahl hat ein Hund in Nordfrankreich einen tödlichen Stromschlag erlitten. Wie die Stadtverwaltung von Wavrechain-sous-Denain bei Lille und die örtlichen Stadtwerke am Dienstag mitteilten, suchte sich die Argentinische Dogge beim Gassi-Gehen am Sonntagabend ausgerechnet einen Pfahl aus, der zuvor von Unbekannten beschädigt worden war. Der Urinstrahl traf auf eine frei liegende Stromleitung und ein Massekabel. Die Entladung streckte den dreieinhalb Jahre alten Pako nieder. Beim Versuch, dem jaulenden Vierbeiner zu helfen, erlitt sein Herrchen einen leichteren Schlag. Er musste ins Krankenhaus gebracht werden. Die Stadtverwaltung will nun alle Laternenpfähle überprüfen lassen.»

Jetzt stellen sie sich einmal vor, das wäre Herrchen passiert!
Lassen Sie uns mal darüber einige Sekunden nachdenken und diese Szene genüsslich inhalieren und die Augen schließen.
Wenn ich an die nach Urin stinkende S-Bahnunterführung in Frankfurt denke, die man nur mit zugeklemmter Nase durcheilen kann, dann kommt mir da eine geniale Idee.
Man könnte doch vom naheliegenden Bahnsteig ein bisschen Strom abzwacken und in die Außenwand des Fußgängertunnels leiten. Natürlich müsste man noch ein Schild mit einem Warnhinweis aufstellen, so in der Art wie: „An die Wand pinkeln verboten“ oder „Urinieren gefährdet ihre Gesundheit“ oder „Hunde sind an der Leine zu führen“ oder „Anlehnen verboten“ oder einfach nur „Durchgang auf eigene Gefahr“.

Obwohl, so wie unsere Mitbürger kenne, hält sich doch da kein Mensch daran. Ganz im Gegenteil, es muss doch jeder versuchen, ob das Schild „Frisch gestrichen“ auch der Wahrheit entspricht.
Ich mache da keine Ausnahme. Jeder Weidezaun, der nur danach aussieht als könnte er unter Strom stehen zieht mich magisch an. Und ich lasse meist nicht locker, bevor ich nicht weiß ob er auch unter Strom steht. Sie sehen, auch Machopan hat in hohem Alter noch einen Schlag ab.

Aber wenn ich jetzt so an diesen Laternenpfahl in Frankreich denke und dass ich meist an so einem Ding meinen Superduperdesignerdrahtesel mit einer Stahlkette gegen Klonen sichere, dann sollte ich mich doch bei meiner nächsten Ausfahrt mit einem Polprüfer vom ordnungsgemäßen Zustand des Laternenpfahls überzeugen.

Oder einfach warten bis ein Hund kommt und dagegen pinkelt.

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Geschäftsidee

26. Februar 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Manchmal bekommt man(n) Post. Elektronische Post!
Nein, kein Spam, sondern Post mit einer Geschäftsidee.
Aber was soll ich das lange beschreiben, lesen Sie doch einfach selbst:

Sehr geehrte( r) Herr Machopan,
nach Durchsicht Ihres Lebenslaufs in der StepStone Datenbank, möchte das
Unternehmen:
Kurt Wilke www.wilke-beratung.de Ihr Personalberater für kleinere und mittlere Unternehmen gerne direkten Kontakt zu Ihnen aufnehmen und hat Ihnen folgende Nachricht zukommen lassen:

Sehr geehrte Bewerberin,
sehr geehrter Bewerber,
Sie haben SAP-Erfahrung, wir haben ein Produkt für SAP-Anwender.
Unser Angebot: Sie nennen uns ein Unternehmen, das mindestens 500 SAP user
hat und wir können dort ein Verkaufsgespräch führen. Wenn wir den Auftrag
erhalten, zahlen wir Ihnen eine Provision.
Falls Sie grundsätzlich Interesse haben, bitten wir kurzfristig um Ihre
Rückanwort. Die Einzelheiten werden wir dann besprechen.
Mit einem freundlichen Gruß
Kurt Wilke

Clevere Idee von dem Herrn Wilke, die Geschäftskontakte anderer Leute zum Einstieg ins Verkaufsgespräch zu nützen und im Erfolgsfall (bei Auftragserteilung) eine Provision zu zahlen. So spart er sich die Kaltakquise und den mühsamen Aufwand bis zum ersten Gespräch mit dem möglichen Kunden. So stellt sich das der Herr Wilke vor.

Schreiben Sie doch einfach an den Herrn Wilke und schicken ihm ein paar Adressen von Firmen aus dem Branchenfernsprechbuch die Software von SAP einsetzen und melden gleichzeitig Anspruch auf die im Erfolgsfall zu zahlende Provision an.
Ich gebe Ihnen noch einen Tipp. Kostenlos natürlich, unter Freunden.
Sie brauchen gar nicht zu wissen, ob die Firmen Software von SAP einsetzen. Nennen Sie einfach die Firmen, die Ihnen spontan einfallen, die haben sicher fast alle SAP im Einsatz.
Und vergessen Sie die Energieversorger inklusive Stadtwerke nicht, die haben auch alle SAP im Einsatz.
Dann machen Sie weiter mit den Versicherungen, den Maschinen- und Werkzeugbauern.

Warum ich das Geschäft mit Herrn Wilke nicht selbst mache?
Weil ich Kontakte zu Firmen mit Software von SAP habe und ich weiß was diese Beziehung wert ist, denn das Wichtigste an einem Vertriebsprofi ist sein Beziehungsnetzwerk und das wird er nicht für lau auf’s Spiel setzen.
Und das auch nur für den Fall, wenn es Herrn Wilke gelingen sollte einen Auftrag zu akquirieren.

Übrigens kann man(n) Adressen bestimmter Zielgruppen bei Adressverlagen in unterschiedlicher Qualität und Aktualität käuflich erwerben.
Für viel Geld und nicht für „lau“.
Bezahlen muss man allerdings bevor man die Adresse bekommt und der Verkäufer gibt keine Erfolgsgarantie.

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Gästebuch

25. Februar 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Im Internetzeitalter gehört es für jeden Blogger zum guten Ton, dass man seinen Besuchern und Gästen ein Gästebuch zur Verfügung stellt, damit sie sich dort um das Eine oder Andere erleichtern können.
Neben Nettem und Lustigem, Tiefsinnigem, Philosophischem findet sich naturgemäß auch Flüchtiges, Seichtes. Durch eine vorgeschaltete Moderatorfunktion kann man verhindern, dass sich auch Ausgekotztes und Beleidigendes (meist anonym) in die Seiten einträgt.

Manchmal aber gibt es auch Kritisches. So fand ich vor einiger Zeit in meinem Gästebuch folgenden Eintrag:

Lieber Machopan!
Wo sind Deine Alternativen? Kandidierst Du bei Wahlen, damit es in unserem Land andere Politiker gibt? Wer jammert, dem geht es noch zu gut.Was hast Du gegen Juden? Oder Einwanderer. Ohne die richtigen Einwanderer werden wir im Alter auf Pritschen liegen und nur noch sterben dürfen.
Was ist Deine Lösung? So viele Nörgeleien eines Satten machen mich krank. Leider.
matthiastobias

Das sind nun der Fragen vieler, die nicht so einfach zu beantworten sind. Wobei mir der Gedanke, dass ich am Unwohlsein von MatthiasTobias Mitverantwortung trage, doch einige schlaflose Stunden beschert hat.
Nach reiflicher Überlegung habe ich mich dazu entschlossen, zu den Fragen und Behauptungen einige Anmerkungen zu machen:

WO SIND DEINE ALTERNATIVEN?
Oh Gott, wenn ich das so genau wüsste. Eine Alternative wäre sicher eine Politik, die sich mehr am Wohle der Mehrheit des Volkes orientiert, als an den Interessen Weniger. Eine Alternative wäre auch mehr Demokratie, die vom Volke ausgeht und ehrlichere Politiker und weniger Bürokratie und weniger Bevormundung und weniger Egoismus und und und …

KANDIDIERST DU BEI WAHLEN, DAMIT ES IN UNSEREM LAND ANDERE POLITIKER GIBT?
Nein, ich kandidiere nicht bei Wahlen und ich gehöre auch keiner Partei an. Überhaupt bin ich ein eher unpolitischer Mensch – im herkömmlichen Sinn.
Aber ich hasse es und werde äußerst streitbar, wenn Menschen belogen, ausgenutzt, übervorteilt, für dumm verkauft und über den Tisch gezogen werden.

WER JAMMERT, DEM GEHT ES NOCH ZU GUT.
Dieser Behauptung und ihrer äußerst dummen Formulierung kann und will ich mich nicht anschließen.
Einen Millionär habe ich noch nicht vor Hunger und Armut weinen sehen und wirklichen Jammer bisher nicht in Palästen, sondern nur in Hütten gesehen.

WAS HAST DU GEGEN JUDEN?
Die Frage verstehe ich jetzt zwar im textlichen Zusammenhang nicht ganz, obwohl ich sie sehr gut kenne. Dient sie doch immer wieder dazu andere Meinungen mit dem Hinweis auf Antisemitismus mundtot zu machen, denn gegen Juden darf man in diesem unseren Lande nichts sagen.
Und selbst wenn es so wäre, dass ich etwas gegen Juden hätte, was wäre daran verwerflich? Muss man wirklich alle Menschen und Bevölkerungsgruppen gleich sympathisch finden? Oder gibt es spezielle unter Artenschutz stehende Bevölkerungsgruppen, an deren Verhalten keine Kritik geübt werden darf?
Ich habe nur etwas gegen die Durchsetzung rein wirtschaftlicher Interessen auf der Basis veralteter Geschäftsmodelle, denn ich bin es leid mir immer die angebliche Schuld meines Vaters vorhalten zu lassen. Wie kann jemand ein friedliches Miteinander in unserer Gesellschaft erwarten, wenn er permanent auf seinen Nachbar, dessen Kinder und Kindeskinder zeigt und behauptet, dass diese Schuld haben und dafür bis zum Sankt Nimmerleinstag bezahlen müssen. Beim Geld hört irgendwann bekanntlich die Freundschaft auf. Auch bei mir.

ODER EINWANDERER.
Ich habe auch nichts gegen Einwanderer, die nach Deutschland kommen um hier zu bleiben und hier nach den gesellschaftlichen Regelwerken, den Gesetzen und der Kultur unseres Landes zu leben. War das klar genug? Oder muss ich noch anfügen, dass ich kein Verständnis habe für Ausländer, die hier in Deutschland nach den Sitten, Gesetzen und Regelwerken ihres Vaterlandes leben wollen.
Irgendeinen Grund muss es ja wohl haben, warum sie nach Deutschland gekommen sind, denn sonst hätten sie dort bleiben können wo sie hergekommen sind. Und grundsätzlich habe ich etwas gegen Menschen, die Toleranz für Dummheit halten und glauben dies für ihre Interessen ausnützen zu können.

OHNE DIE RICHTIGEN EINWANDERER WERDEN WIR IM ALTER AUF PRITSCHEN LIEGEN UND NUR NOCH STERBEN DÜRFEN.
Das ist jetzt aber nun doch ziemlich dick aufgetragen und angehörte pure Panikmache, vermutlich basierend auf dem Märchen, dass die Deutschen ohne Zuwanderer langsam aussterben werden.
Natürlich wird irgendwann jeder Mensch auf einer Pritsche liegen und sterben. Das liegt in der vergänglichen Natur des Menschen. Daran werden auch die richtigen Einwanderer nichts ändern. Mich würde natürlich jetzt brennend interessieren, wer denn die richtigen Einwanderer sind, die dafür sorgen, dass wir im Alter nicht auf Pritschen liegen und sterben.
Was können diese Einwanderer, was wir nicht selber können? Verfügen diese Einwanderer über spezielles Wissen, spezielle Fertigkeiten oder spezielle Fähigkeiten, die für den Fortbestand unserer Republik und unserer Gesellschaft unabdingbar sind?
Und wenn dieser Zuwanderungsprozess wirklich so wichtig für unsere Zukunft ist, warum erfolgt dieser Prozess dann unkontrolliert und es gibt jedes mal lange Debatten wenn etwas daran geändert werden soll. Darf man denn an der Zuwanderung keine Kritik üben, Missstände aufzeigen und auf Änderung drängen?

WAS IST DEINE LÖSUNG?
Also Vorschläge hätte ich wirklich genug. Darunter eine ganze Menge vernünftige, viele halbgare und auch einige nicht ganz ernst zu nehmende. Denn in fast 60 Lebensjahren habe ich viel gelernt, jede Menge Erfahrungen gemacht, einige Illusionen verloren, aber meinen Humor behalten.

SO VIELE NÖRGELEIEN EINES SATTEN MACHEN MICH KRANK.
Das tut mir jetzt aber leid, das der Mathias Tobias durch meine Rauchzeichen krank wird.
Wobei ich gut verstehen kann, dass ihm die nicht immer ganz ernst gemeinten „Nörgeleien“ eines Querdenkers auf den Magen schlagen. Besonders dann, wenn man nicht zwischen den Zeilen lesen und Zusammenhänge erkennen kann oder gar will.
Zusammen mit dem tumben Spruch „wer jammert, dem geht es noch zu gut“, rundet sich jedoch bei mir das Bild von Mathias Tobias und ich kann mir gut vorstellen, welche Art Zeitgenosse sich da in mein Gästebuch eingetragen hat.

LEIDER.
Eben. Hätte nicht sein müssen! Gell MatthiasTobias

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Versammlungsrecht

24. Februar 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Rot-Grün möchte das Versammlungsrecht ändern um besser gegen „Störer des öffentlichen Friedens und „Verherrlicher von Willkürherrschaften“ vorgehen zu können.

Das veränderte Versammlungsrecht sieht vor, dass eine Versammlung oder ein Aufzug verboten oder von Auflagen abhängig gemacht werden können,

  • wenn nach den zur Zeit des Erlasses der Verfügung erkennbaren Umständen bei der Durchführung der Versammlung oder des Aufzugs die nationalsozialistische Gewalt- und Willkürherrschaft in einer Weise verherrlicht oder verharmlost wird, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören (§ 130 Abs. 4 StGB)
  • wenn diese an einem Ort stattfindet, der in eindeutiger Weise an die Opfer einer organisierten menschenunwürdigen Behandlung erinnert und als nationales Symbol für diese Behandlung anzusehen ist, und geeignet und nach den konkret feststellbaren Umständen dazu bestimmt ist, diese menschenunwürdige Behandlung der Opfer zu billigen, zu leugnen oder zu verharmlosen.

Mit dem ersten Punkte hätte ich kein so großes Problem, wenn man den Absatz so formuliert, dass die Verherrlichung „jeglicher“ Gewalt verboten wird. Wenn man nur die Verherrlichung „nationalsozialistischer“ Gewalt unter Strafe stellt, dann wäre das fast so, als würde man für den Diebstahl eines BMW bestraft, aber für den Diebstahl eines Opels nicht.

Und der zweite Punkt geht mir echt zu weit, denn dann dürfen sich ja nicht mehr als zwei Personen gleichzeitig (Versammlung) in der Nähe eines Finanzamts oder einer Bundesagentur für Arbeit (Orte der organisierten, menschenunwürdigen Behandlung) aufhalten.

Wollen wir nicht gleich noch einen dritten Absatz anfügen, wenn wir schon mal dabei sind um mit Kanonen auf die braunen Spatzen schießen, bevor wir das Gesetz am normalen Bürger anwenden:

  • Versammlungen, bei denen sich mehr als eine Person an einem Ort befindet, an dem der öffentliche Frieden gestört werden könnte, sind generell untersagt. Versammlungen mit mehr als zwei Personen werden als unerlaubte Zusammenrottung und Störung der öffentlichen Ordnung strafrechtlich verfolgt. Die Versammlung von mehr als drei Personen gilt als Bildung einer kriminellen Vereinigung und wird entsprechend geahndet. Vier oder mehr Personen in Gruppenform werden von den Sicherheitskräften als Staatsfeinde behandelt.

Vielleicht fallen Ihnen auch noch ein paar Anregungen für diese seit langem notwendige Änderung des §130 StGB ein.
Schreiben Sie doch einfach dem Innenschily oder gleich Ihrem Landtagsabgeordneten was Sie von dieser Gesetzesänderungen halten, solange die Zusammenrottung und Meinungsäußerung in Schriftform noch nicht verboten ist.

Es gibt übrigens eine ganz einfache Möglichkeit für die NPD um am 8. Mai durch das Brandenburger Tor ziehen zu können. Sie müssen sich einfach ein bisschen nackig machen, laute Musik spielen und ihre Veranstaltung „Fuck Parade“ oder „Love Parade“ nennen, denn das ist dann keine Versammlung sondern eine „Vergnügungsveranstaltung“, wobei es keine Rolle spielt ob diese dem Mehrheitsgeschmack entspricht oder dabei das Lebensgefühl sogenannter Subkulturen zum Ausdruck kommt.
So hat das Bundesverfassungsgericht im Juli 2001 entschieden, dass die “Love Parade” und die “Fuck Parade” keine Versammlungen im Sinne des Art. 8 GG sind.
Ja dann fallen solche Veranstaltungen ja sicher auch nicht unter das „Versammlungsrecht“. ;-)

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