Pauschale

5. Mai 2008 05:45

Lieber Freund

Bereits nach kurzer pauschaler Betrachtung der wirtschaftspolitischen Szene in diesem Land kommt man zu dem ebenfalls pauschalen Urteil, dass Politiker, pauschal gesehen, neben ihrem stark verkümmerten Gewissen auch ein extrem leistungsunfähiges Kurzzeitgedächtnis haben, dies aber mit einem verkleinerten Skrupelfaktor spielend kompensieren können und sich im Zusammenspiel mit anderen berufsspezifischen Unfähigkeiten als wahre Weltmeister beim “in die eigene Tasche lügen” und Verbiegen von Wahrheiten erweisen.

Beste Beispiele sind neben der Rentenreform, der Gesundheitsreform und der Arbeitsmarktreform auch die Steuerreform und last bust not least natürlich die damit unmittelbar zusammenhängende Konsolidierung der Staatsfinanzen.
Natürlich werden die oben erwähnten Politiker und ihre interessenverbandelten Nebelwerferkumpane aus der Wirtschaft nicht müde die gesamte Maßnahme zur nachhaltigen Beraubung breiter Bevölkerungsschichten wort- und phrasenreich zu begründen und gegen Mit- und Andersdenkende mit geradezu missionarischer Diffamierung zu verteidigen.
Dies gilt nicht nur für den ständigen Abbau von Bürgerrechten und die zunehmende Präventivbespitzelung zur Wahrung innerstaatlicher Sicherheit, sondern auch für die gezielte Ausbeutung der Arbeitnehmerschaft auf dem Weg zu einer wirtschaftlichen und militärischen Großmacht.

Leider verliert der “gemeine Bürger” meist der Blick auf “dat jroße Janze” und die dahintersteckenden Lobbyisten und globalen Taschenspieler. So beschäftigt sich der kurzzeitdenkende “Otto Normalverbraucher” und “Petra Mustermann” lieber mit den täglichen Show-Einlagen und den Selbstbeweihräucherungen der in mehrjährigen Legislaturperioden denkenden Volksvertreter und Politclowns mit ihren von Wirtschaft und Forschung gesponserten Sketchen, Werbesprüchen und Zitaten.

PauschaleBesonders unterhaltsam gestaltet sich mal wieder das Kasperle- und Affentheater um die im Volksmund “Pendlerpauschale” genannte “Entfernungspauschale” mit der im deutschen Steuerrecht die Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte berücksichtigt wurden um die Steuerlast des einzelnen Bürgers nach dem “Leistungsfähigkeitsprinzip” zu berechnen und dem Grundsatz der “Gleichbehandlung” der Steuerpflichtigen (Unternehmern, Selbstständige und Arbeitnehmer) gem. §3 Grundgesetz Rechnung zu tragen.

Sie erinnern sich sicher noch, dass sich der Verdauungstrakt des Merkelschen Gruselkabinetts mitsamt dem ganzen Bundestagswurmfortsatz (med. Appendix Reformis / vulg. Blinddarm) im Jahr 2007 stattdessen lieber dazu entschied der “beschissenen” Haushaltslage des Bundes Rechnung zu tragen und angesichts leerer Kassen und eines gigantischen und selbstverschuldeten Schuldenberges zur weiteren Finanzierung ihrer exzessiver Staatsausgaben rigide Steuermehreinnahmen beschloss.

Man musste sich wirklich schon damals fragen, ob sich die Mehrheit des Deutschen Bundestages wirklich nur aus purer Existenzangst an der Bildung einer kriminellen Vereinigung zur Beraubung des Volkes beteiligte oder sich lediglich zur Wahrung der eigene Pfründe und der verinnerlichten eigenen Sicherheit nur schon mal sicherheitshalber von der desolaten Entwicklung der “arbeitenden Klasse” im Lande abkoppeln wollte.
Im Ergebnis ist es für die Betroffenen eigentlich völlig gleichgültig und für die Täter ebenfalls, denn mitgegangen wird auch mitgehangen heißen. Es ist nur eine Frage der Zeit und am Tag der Abrechnung wird es auch für die Farbe des Parteibuches keinerlei mildernde Umstände geben.

So wurde mit Beginn des Jahres 2007 der § 9 Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes, bei gleichzeitiger Streichung des § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4, geändert und die seit dem Jahr 1975 geltende und danach mehrfach modifizierte steuerliche Abzugsfähigkeit der “Fahrtkosten zur Arbeitstätte” gehörte fortan (weitgehendst) der Geschichte an.
Etwa 2,5 Milliarden Euro Steuermehreinnahmen pro Jahr spült seitdem diese kleine Modifikation in die Staatskasse und gibt dem Obersteuerprimaten Steinbrück die Möglichkeit sich ob seines erfolgreichen “Sparkurses” mehrfach täglich medienwirksam auf die Brust zu trommeln.
Trotz der steinbrückschen Showeinlagen reißt aber die Diskussion und der zunehmende Streit um die Streichung der „Pendlerpauschale“ für die ersten 20 Kilometer zur Arbeitsstätte bei Verwendung öffentlicher oder privater Verkehrsmittel nicht ab. Dies liegt nicht nur daran, dass die Fahrten zur Arbeitstelle mit einem vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten PKW weiterhin als “geldwerter Vorteil” mit 0,03% vom Listenpreis des Fahrzeugs je Entfernungskilometer zwischen Wohnung und Arbeitsplatz versteuert werden müssen, sondern auch daran, dass die fast vollständige Streichung der “Pendlerpauschale” und die damit verbundene steuerliche Nichtabzugsfähigkeit von Fahrtkosten zur Arbeit im Rahmen der Gleichbehandlung aller Steuerpflichtigen gegen das “Prinzip zur Besteuerung nach Leistungsfähigkeit” verstößt.

Dieser Ansicht sind nicht nur die betroffenen Arbeitnehmer und Steuerzahler sondern zwischenzeitlich auch der Bundesfinanzhof (BFH), der bereits im August 2007 ernste Zweifel daran hatte, “ob das ab 2007 geltende Abzugsverbot des § 9 Abs. 2 EStG betreffend Aufwendungen für Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte verfassungsgemäß ist“,
denn offensichtlich sei, dass die Kosten für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitstätte beruflich veranlasst und zur Erwerbsicherung unvermeidlich sind, denn “wenn der Erwerbende sich nicht zu seiner Arbeitstelle begibt, so verdiene er auch nichts” was zu besteuern wäre.

Damit kommt der Bundesfinanzhof in einem seiner helleren Momente zu der Erkenntnis, dass Fahrtkosten zur Arbeit primär bei “mobilen” Arbeitnehmern in direktem Zusammenhang mit der Ausübung einer steuerpflichtigen Erwerbstätigkeit stehen, dagegen bei Menschen ohne Arbeit und Heimarbeitern wohl weniger relevant sind.

Erwartungsgemäß pampig reagierte daher der abgewatschte Bundesfinanzminister Steinbrück und bezweifelte reflexartig nicht nur die Rechtsauffassung der Richter des Bundesfinanzhofs sondern auch die “Finanzierbarkeit” eines verfassungskonformen Steuerrechts.
Sollte sich das zu einer Grundsatzentscheidung angerufene Bundesverfassungsgericht (BVG) demnächst auch der Meinung des BFH anschließen, sollte dennoch kein Berufspendler “triumphieren”, denn -so Steinbrück- “es werde sicher eine andere Lösung geben, die nicht zu Lasten des Bundeshaushaltes gehen werde“.

Auf gut Deutsch ist das eigentlich nichts anderes als das Versprechen den steuerzahlenden “Pendlern” das Geld auf andere Art und Weise aus der Tasche zu ziehen.
Daher ist seitens der Betroffenen im Zusammenhang mit der “Pendlerpauschale” ein besonderes Augenmerk auf die zunehmende Verwendung der Worte “Subvention” in Einheit mit “Vereinfachung des (komplizierten) Steuerrechts” zu richten, denn solange der Zweck die Mittel im Sinne der Sache heiligt und für die Täter weder erzieherische noch strafrechtliche Konsequenzen zu erwarten sind, spielt es für politische Schwellen- und Serientäter auch keine Rolle ob die staatlicherseits benötigten Steuermehreinnahmen in Höhe von 2,5 Milliarden Euro nun unterschlagen, gestohlen oder geraubt werden müssen.
Hauptsache ist doch, dass die Staatskasse stimmt.

Im übertragenen Sinne könnte nun der juristische Laie und der lange Zeit gutgläubige Bürger den Eindruck gewinnen, dass sich die politisch Verantwortlichen durch ihre Handlungsweise auf die gleiche Entwicklungsstufe stellen wie gewöhnliche Kriminelle oder organisierte Verbrechen.
Aber so pauschal sollte man (noch) nicht urteilen, denn man würde damit den ganzen Berufsstand dieser äußerst ehrenwerten Gesellschaft verurteilen.

Doch tatenlos bis zur nächsten, bereits angekündigten Straftat zuwarten, muss man selbst als potentielles Opfer nun wirklich auch nicht.
Zumindest werden sich die Berufspendler bei der nächsten Wahl an die Finger derer erinnern, die ihnen mit einer Gesetzgebung nach Haushaltslage und billigen Taschenspielertricks das dringend selbst benötigte Geld aus der Tasche gezogen haben. Diese Erkenntnis scheint sich derzeit auch in der bayerischen Christlich Sozialen Union breit zu machen.

Zusammen mit den unmissionierbaren Rauchern, langzeitig Arbeitslosen, dauerhaft Mindestentlohnten, armutsbedrohten Rentner und reformgeschädigten Zwangsmitgliedern der staatlichen “Transferleistungssysteme” werden sich in 2009 ganz sicher erkleckliche Mehrheiten zur Veränderung der bestehenden politischen Landschaft bilden lassen.
Es muss ja nicht gleich die”Machtergreifung” durch den Souverän selbst sein oder gar die “Machtübergabe” an die Linken und/oder die Rechten erfolgen.
Pauschal gesehen würde die Einführung der bundesweiten Volksabstimmung in Tateinheit mit der Amtshaftung vollkommen ausreichen um die schlimmsten Ganoven dauerhaft in die Wüste zu schicken.
Natürlich erst, nachdem man sie ausgiebig und in aller Öffentlichkeit gefeuert, geteert, gefedert und gesteinigt hat.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Ausgemolken

28. April 2008 05:45

Lieber Freund

Die Mitglieder des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter drohen den großen Supermarktketten mit einem Lieferboykott, denn ALDI und andere Discountern haben den Verkaufspreis für 1 Liter regelmäßig ausgemolkene Kuheuterflüssigkeit von 73 auf 61 Cent gesenkt und das gefällt den deutschen Milchbauern nun überhaupt nicht.
Während es zu den Preissteigerungen für Verbraucher in den letzten Wochen und Monaten aus dem Bauernlager keinen Ton gab, wirft sich jetzt der Bauernpräsident Gerd Sonnleitner mächtig in die Brust und tönt von Raubtierkapitalismus, Preisdiktat und Missbrauch der Marktmacht.
Auch wenn der Markt die Preise macht, macht es doch einen mächtigen Unterschied, ob es den eigenen Geldbeutel trifft oder den der Anderen.

Jetzt machen die Bauern dicke Backen, lassen die Muskeln spielen und planen sogar einen Überraschungscoup, damit die Discounter die Preise wieder erhöhen. Auch wenn einer guten Milchkuh im Jahr zwischen 10.000 bis 15.000 Liter abgemolken werden können, bevor sie im Alter von etwa 4 Jahren trockengemolken zur Endverwertung in die Pfanne kommt, so sollen die regionalen Milchvorräte nur für knapp zwei Tage reichen.
Die Bauern müssten also nur zwei Tage ihre Kühe nicht mehr abmelken und schon würden die Preise in die Höhe schießen, denn “die Milch macht’s”.
Wenn dann auch noch eine Subventionsprämie für geplatzte Euter dazukommen sollte, könnte so manches schlaue Bäuerlein ins Grübeln kommen.

Der Deutsche Bauernverband hat in vorsichtiger Wortwahl seine Mitglieder schon mal dazu aufgerufen “ihre Einkäufe bei ALDI zu überdenken” und der Präsident des Landesbauernverbands Baden-Württemberg, Joachim Rukwied, verklickerte der Presse, dass “die Preispolitik des Lebensmitteleinzelhandels die Milchbauern in den Bankrott treibe”.
Da geht es den Bauern eben mit der Preispolitik des Lebensmitteleinzelhandels wie den Rentnern mit der Rentenpolitik der Bundesregierung und den Arbeitnehmern mit der Lohnpolitik der Arbeitgeber.

Im Gegensatz zu den Rentnern und Arbeitnehmern, die sich seit Jahren wie Herdenvieh ausbeuten und in Richtung Privatinsolvenz und Altersarmut treiben lassen, bestehen laut Bauernverbandspräsident Helmut Sonnleitner die Bauern darauf, dass “die völlig unnötige Preissenkung durch den Lebensmitteleinzelhandel umgehend wieder vollständig korrigiert wird”.
Um es ins Gedächtnis zu rufen, wir reden von 10 Cent je Liter, die sich Sonnleitner zufolge für die deutsche Landwirtschaft zu einem Schaden von rund 650 Millionen Euro summieren.
Da muss der in den letzten Jahren angerichtete Schaden für Arbeitnehmer und Rentner ja in die Milliarden gehen.

Die Gewerkschaften sollten sich mal am Bauernverband ein Beispiel nehmen, denn der Präsident dieses Verbandes hat sich am Montag an das Bundeskartellamt gewandt, deute doch die fast gleichzeitige Preissenkung der Lebensmitteldiscounter auf eine “Absprache” hin.
Ein Sprecher dieser Behörde bestätigte bereits am Mittwoch, dass die zuständige Beschlussabteilung untersuche, ob ein Verfahren eingeleitet werden müsse.
So mancher Autofahrer würde sich angesichts der seit Jahrzehnten “zufällig” synchronen Preiserhöhungen bei Benzin und Diesel eine ähnlich rasche Reaktion dieser Behörde wünschen. Aber das ist wie beim Strom oder beim Gas, die Klagen von Konsumenten verhallen in dieser Republik meist völlig ungehört.

Angesichts der von den Verbrauchern seit Jahren fast klaglos hingenommenen Preissteigerungen bei Lebensmitteln erscheint das Aufheulen der Bauern wegen 10 Cent je Liter Kuhmilch etwas übertrieben, denn seltsamerweise ist der Preis je Liter Mäusemilch mit etwa 20.000 Euro nahezu konstant geblieben.
Allerdings muss man für einen Liter auch rund 4.000 Mäuse melken.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Papiermüll

21. April 2008 05:45

Lieber Freund

“Die Männer sind mit Knüppeln bewaffnet, bauen sich drohend vor ihnen auf, befehlen ihnen, zu verschwinden. Völlig verängstigt und verstört ergreifen sie die Flucht. Später werden sie keine Angaben dazu machen können, wie ihre Angreifer aussahen oder woher sie kamen. Die beiden geistig behinderten Mitarbeiter des St.-Vitus-Werkes in Meppen werden sich nur an die Knüppel erinnern - und an ihre Furcht.”

Mein lieber Freund, wenn Sie nun glauben ich hätte diesen Text bei Steven King geklaut oder wäre gar unter die Autoren der „Drei-Groschen-Romane“ gefallen, dann muss ich Sie, wenn auch nur zur Wahrung meines verheerenden Leumunds, davon in Kenntnis setzen, dass obiger Text dem Magazin „Der Spiegel“ als Einführung in die Problematik der „Altpapierentsorgung in der BRD“ bestens geeignet schien.

Weiter heißt es in dem Artikel beim Kampf um die “Blaue Tonne”:
Im Emsland verbreitete der Vorfall breites Entsetzen. Nicht nur, weil Behinderte derart brutal angegriffen wurden, sondern auch weil der mögliche Hintergrund der Tat unglaublich scheint. Er könne und wolle nicht ausschließen, dass seine Schützlinge angegriffen wurden, weil sie im Auftrag eines Recyclingunternehmens blaue Tonnen für Altpapier aufstellten, sagt der Leiter des St.-Vitus-Werkes, Bernhard Sackarendt. “An einen behindertenfeindlichen Übergriff glaube ich nicht.”

Da bin auch ich mit dem Leiter des St.-Vitus-Werkes nun einer Meinung, denn auch ich schließe nach sorgfältiger Analyse des Vorgangs einen behindertenfeindlichen Übergriff aus. Da jedoch die Nationalitäten, Glaubensrichtungen und politische Gesinnung der an diesem Vorfall beteiligten Personen ungenannt bleiben, könnte es sich allerdings auch um einen ausländerfeindlicher Übergriff rechtradikaler Gewalttäter mit antisemitischem Hintergrund handeln. Oder sollte es sich bei den Knüppelträgern etwa schon wieder um gewaltbereite ausländische Jugendliche aus einer migrationsbedingten Parallelgesellschaft gehandelt haben?

Wie auch immer, Fakt scheint jedenfalls, dass sich irgendwo in Deutschland zwei geistig Behinderte beim Einsammeln von Papiermüll plötzlich Männern mit Knüppeln gegenüber gesehen haben wollen und daraufhin die Flucht ergriffen.
Der offensichtlich ebenfalls mit einem etwas verminderten Intelligenzquotienten ausgestatteten Berichterstatterin des “Spiegel” reicht “allein schon die Vermutung und egal ob sich der unfassbare Verdacht bestätigt, so zeigt es doch wie sehr die Schlacht ums Altpapier im Emsland schon eskaliert ist, denn private und gemeinnützige Entsorger streiten sich um den kostbaren Rohstoff.”

Grund für diesen brutalen Kampf um die rare Ressource “Papiermüll” sind nun nicht etwa Mangelerscheinungen die durch das vor einigen Jahrzehnten ausgerufene “papierlose Büro” oder gar das “elektronische Kommunikations- und Medienzeitalter” verursacht werden, sondern -zumindest steht es so im SPIEGEL- durch “Chinas Hunger nach Altpapier”.

Bereits am 15. Dezember 2007 hatte der SPIEGEL in einem längeren Artikel über den “Lebensmittelhorror in China” und die Mafia-Methoden der Lebensmittelindustrie im Land der Mitte berichtet.
Und schon wenige Monate später schrecken die Chinesen noch nicht einmal mehr davor zurück deutsche Behinderte zu bedrohen um ihnen mit Knüppelgewalt den Papiermüll im Emsland wegzunehmen!

Wie aus gewöhnlich gut informierten Kreisen zu hören war, sieht die Bundesregierung  darin zwar noch keine nachhaltige Störung der Wirtschaftsbeziehungen zum Reich der Mitte, aber es soll bereits Überlegungen geben, zusammen mit dem tibetischen Hürdenläufer „Dalai Lahma“ die Paralympics in Peking zu boykottieren.

Das wäre natürlich nur notwendig, sofern es dem SPIEGEL wirklich nicht gelingen sollte zukünftig soviel Papiermüll zu produzieren, dass damit auch locker “der Hunger China’s” befriedigt werden kann.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Plünderer

14. April 2008 05:45

Lieber Freund

Angst und Furcht plagen den früheren Bundespräsidenten Roman Herzog.
Wegen der außerplanmäßigen Erhöhung der Renten um sagenhafte Nullkommaquetsch-Prozent sieht er düstere Zeiten an seinem geistigen Horizont aufziehen, denn er befürchtet “wir sehen gerade die Vorboten einer Rentnerdemokratie und das könnte am Ende in die Richtung gehen, dass die Älteren die Jüngeren ausplündern“.

Nun weiß ja nun wirklich fast jeder Arbeitnehmer und zwangsweise rekrutierter Beitragszahler in der gesetzlichen Rentenversicherung, dass dieses Rentensystem über Jahrzehnte hinweg nicht von den Rentner geplündert wurde, sondern von Politikern ausgiebig zur Finanzierung “versicherungsfremder Leistungen” jeglicher Art missbraucht wurde.

Das weiß natürlich auch der ehemalige Bundespräsident und Bundesverfassungsrichter Roman Herzog, denn dumm ist der Mann natürlich nicht. Er hat ja auch nicht etwa Angst um seine eigene Rente oder gar davor, dass ihn im Alter die Armut dahinrafft. Außerdem ist der Herr Herzog ja auch ein christlicher Mensch und nicht nur Mitglied in einer christlich-demokratischen Partei, sondern auch noch Familienvater. So jemand käme doch nie auf die Idee, dass Eltern ihre eigenen Kinder “ausplündern” würden. Außerdem müssten sich die “Rentnereltern” ja mit dem Wenigen begnügen, das der Staat von den bereits mehrfach ausgeplünderten “Billiglohnkindern” noch übrig lässt.

Nein, der Herr Herzog “befürchtet” in Wirklichkeit nur, dass immer mehr in Altersarmut lebende Rentner ihren politischen Willen auf demokratische Weise zum Ausdruck bringen könnten und die bestehende Parteienlandschaft mit ihren christlich-sozial-demokratischen “Plünderern” durch die Wahrnehmung ihres Wahlrechtes etwas aufmischen und verändern könnten.

Um die Macht der Älteren zu begrenzen und um dem politischen Übergewicht der Alten entgegenzuwirken, denken ganz clevere Parteidemokraten nun sogar schon über eine Herabsetzung des Wahlalters nach, denn wenn die Alten nicht “in die Urne springen” wollen, dann müssen eben mehr Junge “zu den Urnen eilen”.
Sicher ein schönes Denkmuster für Politiker, denen der Mehrheitswille des Volkes in Wirklichkeit am fettgesessenen Arsch vorbeigeht.

So sagte der Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen, Johannes Vogel, dem “Hamburger Abendblatt”, man könnte das Wahlalter heruntersetzen, um eine bessere Partizipation der Jüngeren zu erreichen.
In die gleiche Richtung äußert sich der Sprecher der Grünen Jugend, Jan Albrecht. Er fordert ein Wahlrecht ab 14 Jahre.
Der CDU-Abgeordnete Marco Wanderwitz plädiert in der Zeitung für ein Stellvertreterwahlrecht für Eltern, das sich nach der Anzahl der Kinder richtet.

Nur leider tut sich die Republik mit der Aufzucht des Nachwuchses so schwer, da hilft auch die Legehennenprämie der Bundesfamilienministerin nicht viel, denn die staatlich subventionierte Wahlhilfe für die Merkeljugend wird wohl für viele Politiker der “Volksparteien” zu spät kommen. Außer man entschließt sich bereits in naher Zukunft die Kinder schon im Vorschulalter ins Wahllokal zu tragen

Ähnlich systemgefährdend sieht die demographische Entwicklung wohl auch der Bundes(von S)innenminister Wolfgang Schäuble. Ja, der IM Zweirad hat doch unlängst der BLÖD-Zeitung verblubbert, dass er sich dafür einsetzen wolle, aus humanitären Gründen mehr “christliche Iraker” nach Deutschland zuwandern zu lassen. Vermutlich kalkuliert der Innenwolfgang damit, dass die Iraker dann mit einem beschleunigten Einbürgerungsverfahren noch vor der nächsten Wahl aus lauter Dankbarkeit die CDU wählen. Bei Helmut Kohl ist Anfang der 90-iger Jahre, diese Rechnung mit den dankbaren Russlanddeutschen voll aufgegangen und für “Birne” hat es trotz “verglühender Landschaften im Osten” noch mal für eine weitere Amtszeit gereicht.

Auch wenn Roman Herzog sowohl seine Amtszeit als auch seine beste Zeit schon weit hinter sich gelassen hat, so macht er sich nicht nur Sorgen um die “plündernden Alten” und die “ausgeplünderten Jungen”, sondern auch um die Verfassungsmäßigkeit der demographischen Entwicklung, denn, so Roman Herzog, “wenn die Älteren die Jüngeren immer stärker zur Kasse bitten, würde die Staatsquote wachsen. Und ich gehe davon aus, dass ab einem gewissen Punkt eine hohe Staatsquote durchaus verfassungswidrig ist“.

Bei solchen verbalen Absonderungen, muss man sich ins Gedächtnis rufen, dass der Mann jahrelang Richter am Bundesverfassungsgericht war und von 1987 bis 1994 sogar dessen Präsident. Weniger bekannt ist aber, dass er als Leiter der „Herzog-Kommission“ der Bundesregierung einen Bericht vorlegte, wie die deutschen Sozialversicherungssysteme „reformiert“ werden könnten. Dieses Dokument bildete dann die inhaltliche Grundlage für den Wahlkampf von Angela Merkel im Jahr 2005.
Die Äußerungen in der BLÖD-Zeitung sind also kein verbaler Ausrutscher oder gar ein seit Helmut Kohl in Mode gekommener “Black Out” als Erklärung für Lügen und dummes Geschwätz, denn Roman Herzog ist offensichtlich ein Überzeugungs- und Wiederholungstäter in Sachen “Generationenkonflikt”.

So sieht es wohl auch Gunnar Winkler, der Präsident des Wohlfahrtsverbands Volkssolidarität, und reagiert entsprechend empört: “Wir warnen davor, immer wieder zu behaupten, die Älteren würden die Jüngeren ausplündern. Wer so was in die Welt setzt, zündelt als geistiger Brandstifter gefährlich am sozialen Frieden in unserem Lande und gefährdet die Demokratie. Offenbar müsse die These vom vermeintlichen „Generationenkrieg“ immer dann herhalten, wenn in der Bevölkerung verstärkt die Frage nach sozialer Gerechtigkeit gestellt und nach den Ursachen des Gegensatzes von Arm und Reich gefragt werde. Nicht die demographische Entwicklung belaste die Sozialkassen, sondern die anhaltende Massenarbeitslosigkeit, Niedriglöhne, prekäre Beschäftigung und sinkende Einkommen”.

Ich habe den Worten von Gunnar Winkler nichts hinzuzufügen und stattdessen ganz spontan überlegt wie man dem ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog und seinen Gesinnungsgenossen die berechtigten Ängste vor einer “mächtigen Rentnerdemokratie” nehmen kann. Die angedachte Lösung ist selbstverständlich verfassungskonform und absolut demographiesicher, denn es würde meines Erachtens völlig genügen, den Rentnern wegen Altersdemenz das aktive Wahlrecht zu entziehen.
Auf jeden Fall wäre das aber wesentlich besser als politische Hosenscheißer zur Wahlurne zu tragen.

Ganz persönlich bin ich jedoch der Meinung, dass dieses Land dringend viel mehr Straßenlaternen braucht!
Das würde nicht nur etwas zur Erhöhung der inneren Sicherheit beitragen denn man könnte die Plünderer und Brandstifter schon erkennen bevor sie das Weite suchen, sondern den Bürgern würde endlich auch mal ein Licht aufgehen.
Und als schönen Nebeneffekt könnte man die „Plünderer“ und die „Brandstifter“ auch gleich an den Laternenpfählen aufhängen.
Das wäre, zumindest meiner geringwertigen Meinung nach, weitaus wirkungsvoller und nachhaltiger als jede Änderung der Verfassung.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

BLOGGERPERIODE

21. März 2008 15:45

Lieber Freund

Noch kaum jemand hat es bemerkt, wissenschaftliche Untersuchungen dazu gibt es (noch) nicht, statistische Erhebungen dazu fehlen ganz.
Dabei ist das Phänomen extrem weit verbreitet und nach meinen ersten Recherchen könnte es sich durchaus um ein Problem der Neuzeit handeln. Für manche ist es die wichtigste Sache der Welt, für andere ist es nichts als nur eine blödsinnige Zeiterscheinung.
Um dem Kind einen Namen zu geben, nenn ich diese Erscheinung Kraft meines „mir von mich“ gegebenen Amtes einfach “BLOGGERPERIODE”.

BloggerWobei “Blogger” eine Person ist, “die wo da so” regelmäßig neue Einträge in ihr BLOG schreibt, und «BLOG (ein Kunstwort aus WEB und LOGBUCH) eine Webseite ist, die wo da so periodisch neue Einträge enthält. Neue Einträge stehen an oberster Stelle, ältere folgen in umgekehrt chronologischer Reihenfolge.» So oder so ähnlich steht das bei Wikipedia.
So weit – so gut.

Jetzt schauen wir uns doch mal an, was denn “Periode” bedeutet. Auch hier finden wir bei Wikipedia Informationen, deren Vermittlung wir in der Schule durch körperliche oder geistige Abwesenheit verpasst haben.
In direktem Zusammenhang mit der Periode steht die Periodendauer.
«Das ist exakt die Zeit, die zwischen zwei Periodenereignissen verstreicht, wobei man unter Zeit das Phänomen der Veränderung versteht, das als Übergang von der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft wahrgenommen wird. Die Vergangenheit ist dabei der Bereich der Tatsachen, die Zukunft der Bereich der Möglichkeiten. Das Vergehen der Zeit macht aus Möglichkeiten Tatsachen, aus Zukunft Vergangenheit und aus dynamischen jungen Menschen knattrige Alte

Auch wer die Zeit als dynamischer junger Mensch schon einige Tage hinter sich gelassen hat wird diese Definition der Periodendauer verstehen, aber sich fragen, wo denn jetzt bitteschön dabei das Phänomen ist.

Tja, mein lieber Freund, das eigentliche Phänomen ist die Periodendauer der Blogger, eben die Bloggerperiode wobei «die Wahrnehmung der Zeitdauer davon abhängt, was in der Zeit passiert. Ein ereignisreicher Zeitraum erscheint kurz, “vergeht wie im Flug”. Hingegen dauern ereignisarme Zeiträume scheinbar quälend lange. Von dieser Beobachtung leiten sich auch die Begriffe Kurzweil und Langeweile ab

Meist aus Langeweile, Kurzweil oder dem unerklärlichen Gefühl dem Rest der Menschheit etwas mitteilen zu müssen oder gar zu können, wird ein Mensch zum Blogger.
Das war dann ein Periodenereignis und der Beginn einer Bloggerperiode, die (meist) exakt durch den ersten Eintrag in ein Blog gekennzeichnet ist.
Je nach Stimmungslage und Alter des Bloggers entstehen danach wahre Kunstwerke in Design und Inhalt oder einfach nur grüngelbkotzfarbige Schrift auf schwarzgraubraunfarbigem Hintergrund mit Texten in der Schriftgröße 9 Pixel und kleiner, die meist mit den Worten „Fuck“, „Scheiße“ oder „Nullbock“ beginnen.
Überwiegend enden derartige Spontanaktionen schon nach kurzer Zeit und die Bloggerperiode ist beendet bevor sie richtig begonnen hat.
Andere Perioden dauern länger, aber auch sie gehen irgendwann, blutig oder unblutig zu Ende.

Und daher erkläre ich meine aktive Bloggerperiode für (vorerst) beendet und danke allen Freunden und Feinden für ihre langjährige Aufmerksamkeit, Geduld und Nachsicht.
Nicht dass ich das Interesse an Themen aus Politik und Wirtschaft verloren hätte, oder mir gar die Lust auf bissige Kommentare und satirische Texte vergangen ist.
Nein, das ist es nicht.
Es ist ganz einfach die Zeit!
Nicht die Zeit in der wir leben, sondern die Zeit, die mir täglich neben Arbeit und Familie für mein Hobby, den Schriftwechsel mit meinem „lieben Freund“, verbleibt, denn mein neuer und hochinteressanter Lebensabschnitt auf dem Weg zum “tattrigen Alten” fordert unerbittlich seinen zeitlichen Tribut und setzt dadurch andere Prioritäten.
So wird zwangsläufig auf die „BLOGGERPERIODE“ nun eine „BLOGGERPAUSE“ folgen.

Tägliche Briefe, teils mit Hintergrundinformationen, wird es zukünftig also nicht mehr geben.
Aber ab und zu noch den einen oder anderen Seitenhieb oder finalen Stich in die offene Wunde des politischen Feindes werde ich mir sicher nicht verkneifen können.

Frankreich, im März 2008

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten