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Kurze Geschichten zu schreiben ist nicht so einfach, wie sich das so manch Einer vorstellt. Das ist nicht so einfach ein âQuick Shotâ oder mal eine schnelle Nummer, bei der man einfach drauflos schreiben kann.
Meist gehe ich mit den besten VorsĂ€tzen an eine neue Geschichte ran. Im Kopf habe ich lĂ€ngst den roten Faden gelegt, meist ĂŒber viele Monate erdacht, verworfen und mindestens ein Dutzend mal geĂ€ndert. UnzĂ€hlige Notizen, Fresszettel, Hardcopies, Fotokopien und Links ergĂ€nzen und untermauern die Geschichte, die ich dann fast ohne Unterbrechung herunter schreibe. Dabei geht es mir um das Wort und den Fluss der ErzĂ€hlung, weniger um die Grammatik oder die Interpunktion. Das rĂ€cht sich spĂ€testens dann, wenn der Schriftsteller in mir erschöpft und ausgelaugt ĂŒber die Ziellinie geht. Dann mĂŒsste sich eigentlich ein gestrenger Kontrolleur und Schiedsrichter dem Ergebnis meiner schlaflosen Nacht annehmen um Satzaufbau, Schreibfehler und die verdammten Kommata und AnfĂŒhrungszeichen an die richtige Stelle zu setzen. Doch das unterbleibt meist, denn ich selbst habe dazu keine Lust. Ich kenne ja was ich geschrieben habe und das noch einmal zu lesen macht wirklich keinen SpaĂ. Also drucke ich alles auf Papier aus, denn Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste und nehme mir fest vor, irgendwann baldmöglichst Korrektur zu lesen. Mach ich aber dann nicht! Keine Zeit, jetzt gerade kein Bock, oder Ă€hnliche Ausreden!
Irgendwann, meist durch einen Zufall, finde ich die ausgedruckten und fast vergessenen BlĂ€tter dann wieder. Und jetzt macht es sonderbarerweise plötzlich Freude, das von eigener Hand Geschriebene zu lesen und auch zu korrigieren. Und wenn ich an diesem Tag dann auch noch besonders gut aufgelegt bin, dann habe ich meist auch den Mut, die Geschichte zu veröffentlichen. Das muss aber dann schnell gehen, sonst kann es sein, dass mich wieder der Mut verlĂ€sst. Seit es Internet gibt und ich kapiert habe, was man damit alles machen und anstellen kann, habe ich da âfastâ keine Skrupel mehr um Ăffentlichkeit herzustellen. Das ist dann der Punkt, wo es fĂŒr mich selbst heiĂt, dass es jetzt ernst wird und ich mich der Kritik mir völlig unbekannter Menschen aussetze.
Das ist ungefĂ€hr so, wie nackig und mit den HĂ€nden ĂŒber dem Kopf an einem verkaufsoffenen Samstag ĂŒber den Marktplatz gehen zu mĂŒssen. Höre ich da das das erste Lachen, das erste âBuhâ oder gar ein âPfuiâ? Sehe ich da aus den Winkeln der niedergeschlagenen Augen, wie nackte ausgestreckten Finger auf mich zeigen, oder gar geballte FĂ€uste drohen?
Ach, was solls! Ich habe es ja nicht anders gewollt!
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