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Im September 1999 erschien in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in der Rubrik „Ehewünsche/Partnerschaften“ ein etwas ungewöhnliches, langes und ausführliches Inserat.
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Nägel für den Sarg meiner Gefühle
suche ich noch nicht, sondern nach fünf Jahren wieder die eine Frau an meiner Seite. SIE sollte schlank sein (Größe 36/38). In Alter und Körpergröße zu mir passend. Dunkelhaarig wäre schön, aber nicht ganz so wichtig. Eine hübsche, feminine Frau, mit offenem, freundlichen Wesen stelle ich mir vor, die gerne lacht und eine partnerschaftliche, nicht einengende Beziehung, mit einem interessanten Mann zu schätzen weiß. Selbständigkeit im Beruf und täglichen Leben, halbwüchsige oder erwachsene Kinder würden SIE nur noch attraktiver machen.
Ich selbst bin geschieden, 52 Jahre alt, 172 groß und wiege 75 kg. Vom Typ her bin ich eher ruhig und überlegt, aber absolut nicht mundfaul oder gar träge. Aktiven Sport treibe ich in Maßen, mehr zum Spaß und zur Freude als mit dem Willen zum Sieg. Musik mag ich, je nach Stimmungslage, mal laut, Rock, Pop, Heavy Metal, die Charts rauf und runter; mal leise, Klassik oder Musical, alles was Gemüt und Tränendrüsen stimuliert. Spaziergänge am Meer sind mir lieber als Wanderungen in den Bergen. Den Sommer mag ich mehr als den Winter; Wald und Wiesen mehr als die Stadt. Außerdem interessiere ich mich für Wirtschaft, Politik, fremde Kulturen, Länder und Menschen. Bart, Bauch oder Glatze kann ich leider nicht bieten. Dafür aber Partnerschaft, Vertrauen, geordnete Verhältnisse, Zärtlichkeit und unendlich viel Liebe. Aussagekräftige Bildzuschriften erbeten an die FAZ.
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Ich schnitt die Anzeige aus der Zeitung aus und habe es nach einigen Tagen gewagt mit dem Inserenten Verbindung aufzunehmen. Dieser Kontakt besteht bis heute und in vielen Gesprächen entstand die Idee aus dem Erfahrenen und Erzähltem ein Buch zu machen.
Das Buch "Dein Bein" beschreibt was vor und nach dem Inserat in einem wirklich bewegten Leben geschah. Alle Ereignisse sind so wirklich geschehen. Nicht immer in der beschriebenen Reihenfolge oder mit den beschriebenen Personen. Aber alle Personen existieren real. Zum Schutz lebender und bereits verstorbener Personen haben sie im Buch aber andere Namen als in Wirklichkeit. Die Handlung spielt nicht an den tatsächlichen Orten, jedoch wurde die Handlung auf ähnliche Orte übertragen.
Der Inserent erhielt weit über hundert Zuschriften von Frauen aller Altersgruppen. Einige wenige schickten nur ihre Handynummer auf der Rückseite eines Fotos im Bikini oder Badeanzug. Wer seine Zuschrift mit einer Postadresse versehen hatte, bekam auch Antwort, meist einen kurzen individuellen Brief mit seinen persönlichen Unterlagen zurück. Das ist das Mindeste, was man für einen Menschen, der Interesse an einem gemeinsamen Leben bekundet hat, tun sollte, meinte der Inserent.
Mit etwa zehn Bewerberinnen (das Wort passt hier nicht so recht, aber es fällt mir kein anderes ein) nahm er dann Kontakt auf. Meist erst per Brief, mit weiteren Informationen über den Inserenten, um den Damen die Möglichkeit eines Informationsgleichstandes zu geben und den Termin für eine telefonische Kontaktaufnahme zu vereinbaren. Diese Telefongespräche fanden zeitnah zum Inserat statt, alle innerhalb von maximal zwei bis drei Wochen nach Erscheinen der Anzeige. Danach hat sich der Inserent mit fünf Damen an von ihnen vorgeschlagenen Orten in der Öffentlichkeit getroffen. Nach weiteren intensiven telefonischen und schriftlichen Kontakten entwickelte sich in den folgenden Wochen eine gewisse Sympathie und Zuneigung zwischen den verbliebenen Personen.
Alles weitere über den Inserent, die wichtigsten Personen und die vor- und nachgelagerten Ereignisse, und vor allem wie die Geschichte ausgeht, wird in dem Buch "Dein Bein" beschrieben. Es wird ein Erscheinungstermin rechtzeitig zu den Buchmessen im Jahr 2005 angestrebt.
© Rolf Robert Frankfurt 2003
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